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Gepflegte Hundepromenade

Die blitzgescheiten Jesinger Macher dachten über Pflegemaßnahmen auf der Lindachböschung vor ihrem neuen Rathaus nach. Dies waren in etwa ihre Überlegungen:

Dieses wuchernde Zeug taugt nicht einmal als Futter für unsere Rindviecher. Alles, was höher ist als zehn Zentimeter, ist Wildwuchs und gehört abrasiert. Und was heißt hier heimische Flora? Die wohnt nicht in Jesingen. Wildblumen bringen uns nichts. Und Blumenliebhaber können sich ja welche kaufen. Wir haben Blumengeschäfte im Ort. Flanierende Blumenfreunde brauchen wir hier nicht. Die sollten lieber arbeiten. Und was interessieren uns Insekten. Für die Wenigen lohnt sich keinerlei Aufwand. Im Übrigen ist das sowieso nur lästiges Ungeziefer.

Wir schauen lieber, dass die Hundebesitzer eine anständige Freilufttoilette vorfinden.

So orderte man bei der Kirchheimer Grünflächen-Armada einen Pflegetermin. Der Bauhof schickte auch rechtzeitig, zwei Wochen vor Beginn des Wonnemonats, ein Geschwader. Das sorgte für klare Verhältnisse und zeigte auf, was es unter nachhaltiger Grünflächenpflege verstand.

Es säbelte die ganze Böschung und einen Streifen neben dem Promenadenweg der kurz vor dem Blühen stehenden Kräuter ab. Ein paar Pusteblumen ragten noch aus dem Schlachtfeld empor. Wie freuen sich da die Hundebesitzer. Sie haben nun ein übersichtliches abrasiertes Gelände zur Verfügung. Und das auch noch mit amtlicher Genehmigung, direkt vor der Guten Stube.

Bernhard Fecht, Kirchheim

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