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Glaubensfrage schwarze Null

Zum Artikel „Das Geld fehlt, nicht der Wille” und dem Kommentar „Rechnen mit Unbekannten“ vom 6.  April

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Kein Zweifel herrschte bei der Podiumsdiskussion am Ludwig-Uhland-Gymnasium über die gehörigen Mängel der Schule an Ausstattung und Räumen. Die meisten der Kirchheimer Gemeinderatskandidaten waren sich einig: Man würde ja gerne Abhilfe schaffen, aber es fehlt an Geld - nicht so Heinrich Brinker. Er ist dafür, die Mängel sofort zu beheben und dafür weniger Schulden abzubauen.

Der Kommentator Andreas Volz vertrat nun die Ansicht, das wäre, „das Blaue vom Himmel zu versprechen“. Diese Ansicht spiegelt den derzeit vorherrschenden Glauben an die schwarze Null, also den ausgeglichenen Haushalt wider, dessen Nichteinhaltung zu allerlei Übeln führen soll. Besonders beliebt ist hier die Mär, Schulden würden die kommende Generation belasten. Führende Ökonomen, wie der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Michael Hüther, linker Ideen gänzlich unverdächtig, verurteilt die „Verteufelung der Schulden“.

Gut eingesetzte öffentliche Investitionen fördern die Wirtschaft, und die Rückzahlung von Krediten ist in Niedrigzinszeiten unproblematisch. Von einer ungerechten Belastung kommender Generationen kann keine Rede sein. Die Belastung für zukünftige Generationen resultiert vielmehr aus den Investitionsdefiziten. Die Heranwachsenden werden sich mehr über eine funktionierende Infrastruktur freuen als über eine schwarze Null im öffentlichen Haushalt. Gemeinderäte könnten dafür bei ihren Parteien Druck ausüben.

Ute Dahner, Die Linke, Kreis Esslingen