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Gleich zwei Gewerbegebiete in petto

Standorte Die Stadt Wernau ist eine der wenigen in der Region, die noch freie Flächen für Gewerbe haben. Vor einem Gewerbegebiet Hungerberg in Dettingen ist Bürgermeister Armin Elbl nicht bang. Von Sylvia Gierlichs

Zwei potenzielle Gewerberbeareale hat Wernau am Neckar.Foto: Jürgen Holzwarth
Zwei potenzielle Gewerberbeareale hat Wernau am Neckar.Foto: Jürgen Holzwarth

Wernau ist in einer komfortablen Lage, denn Wernau hat einen S-Bahn-Halt. Und ist die ICE-Trasse zwischen Stuttgart und Ulm erst gebaut, dann hält die S-Bahn ab Ende 2025 auch im 15-Minuten-Takt. Für Bürgermeister Armin Elbl bedeutet dies: Der Stadtbus muss dann auf den 15-Minuten-Takt angepasst werden. Der S-Bahn-Halt ist eine Aufwertung für Wernau und für Notzingen.

Komfortabel ist es für die Stadt Wernau auch, gleich zwei Gewerbegebiete in petto zu haben. Zwei Gebiete, die nun beide entwickelt werden sollen. Sie liegen im Neckartal, und die Vermarktung der Grundstücke hat zumindest bei einem Gebiet bereits begonnen. „Auf dieser Fläche hatten wir in den letzten zwei Jahren das Problem, dass ein früherer Pächter, der dort Kies abgebaut hat, das Areal dann auch wieder aufgefüllt hat.“ Mit Hausmüll. „Es stellte sich jedoch heraus, dass der Boden zwar Schadstoffkonzentrationen aufweist, diese aber für zahlreiche Investoren in der heutigen Zeit kein Handicap mehr darstellen“, sagt der Wernauer Bürgermeister, und man merkt, er ist erleichtert über dieses Ergebnis. Wilde Mülldeponien gab es früher häufig. In Wernau kann man mit den Relikten umgehen. Wie? „Das ist noch nicht ganz gelöst. Denn einfach einen Deckel drauf zu machen - das geht nicht. Bei Gewerbebetrieben benötigt man eine Gründung, um das Gewicht des Bauwerks in den Boden abzuleiten. Da man jedoch nicht sicher ist, was im Untergrund alles lauert, ist eine Gründung auch schwierig“, erklärt Armin Elbl.

Auch mit Eidechsen hat es die Stadtverwaltung auf dem Areal zu tun. Für sie wurde nun gleich nebenan ein neues Quartier hergerichtet. Die Fläche für die Gewerbeansiedlung, die ursprünglich 2,8 Hektar groß war, reduziert sich dadurch um 5000 Quadratmeter. Auf einem Streifen parallel zum Neckar finden die Tiere einen neuen Lebensraum. Also bleiben noch 2,3 Hektar Fläche übrig. „Wir sind überrascht und auch erfreut, dass es zahlreiche Interessenten gibt“, sagt Armin Elbl.

Das zweite potenzielle Gewerbegebiet liegt zwischen dem Neckar und der Landesstraße nach Plochingen. Oberhalb des Betonwerks. Hier gibt es seit Juli 2020 einen Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan. Die Bebauungsvarianten wurden den Behörden vorgelegt. 8,84 Hektar beträgt die überbaubare Fläche des Gewerbegebiets Neckartal III. Und so ganz ohne ist der Standort dann doch nicht. „Wir sollten nicht zu nah an den Neckardamm bauen, werden ihn sogar stärken müssen, um ihn zu stabilisieren, damit er nicht durchlässig wird“, erläuterte Elbl die Problematik. Abzüglich des Hügels an der Zufahrt des Geländes bleiben am Ende sechs Hektar bebaubare Fläche.

Alle Flächen gehören der Stadt

Und dann sagt Armin Elbl einen Satz, um den ihn viele Amtskollegen sicher sehr beneiden: „Alle Flächen gehören der Stadt. Es gibt keine Grundstücksverhandlungen mit Eigentümern. Das ist ein riesiger Zeitfaktor“, weiß der Wernauer Bürgermeister, der seit 2008 die Geschicke der Stadt lenkt.

Zwei Flächen für Gewerbegebiete. Das ist komfortabel. Einzig in Notzingen ist man möglicherweise in einer ähnlich guten Lage, denn die Nachbargemeinde von Wernau ist bekanntlich mit Kirchheim und Dettingen zu einem Gewerbezweckverband zusammengeschlossen. Gemeinsam wollen die drei Kommunen den Hungerberg in einen Vorhaltestandort für ein Gewerbegebiet umwandeln. Ob es dazu kommt, dürfen Ende September die Bürger entscheiden.

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