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Glyphosat in Lebensmitteln

Zum Leserbrief „Glyphosat nicht krebserregend“ vom 30. April

Die wissenschaftlichen Ausführungen von Dr. Endriß zur Gutachtenlage der WHO und der Agentur zur Krebsforschung sind sachlich betrachtet sicher fundiert und nicht in Abrede zu stellen: Zum jetzigen Zeitpunkt und bei aktueller Datenlage kann nicht mit Sicherheit bewiesen werden, dass Glyphosat krebserregend ist.

Gleichwohl gilt auch folgendes: Glyphosat hat schon längst unsere Nahrungskette erreicht. In konventionell hergestellten Getreideprodukten werden regelmäßig (NDR Markt vom 20. August 2018) Rückstände des Unkrautvernichtungsmittels nachgewiesen. Die Werte liegen zwar unterhalb des gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwertes, entsprechen dadurch aber längst nicht der Verbrauchererwartung. Der Verbraucher geht sicher nicht davon aus, Glyphosat in konventionellem Brot oder Müsli zu verzehren.

In Deutschland werden pro Jahr 5 000 Tonnen Glyphosat ausgebracht, neben der Landwirtschaft auch durch die deutsche Bahn, Kommunen und in privaten Gärten. Dies hat massive Folgen für Insekten, Bodenlebewesen und für unser Grundwasser. Wenn wir also im Sinne eines „großen wissenschaftlichen Langzeitexperiments“ so weitermachen, wird sich die Datenlage zur Fragestellung „Glyphosat krebserregend oder nicht“ in den nächsten Jahren schnell verdichten.

Wir werden dann zwar diese Frage mit hoher Wahrscheinlichkeit wissenschaftlich fundiert beantworten können, die Schäden für uns, die nachfolgenden Generationen und für unsere Natur werden dann jedoch sehr groß und nur schwer wieder zu beheben sein.

Eve Sigel, Weilheim

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