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Grenzwert Stickoxide

Zur Berichterstattung über die Stickoxid-Grenzwerte

Die EU hatte 1993 entschieden, sich als weltweiter Vorreiter in Sache reiner Luft zu etablieren, an sich ein lobenswertes Ziel. Der WHO-Richtwert für NO2 lag bei 0,150 Milligramm je Quadratmeter. Auf Anregung der EU erstellte die Weltgesundheitsorganisation WHO eine neue Analyse, die einen niedrigeren Grenzwert rechtfertigen sollte. Dabei wurden ältere Studien herangezogen, in denen es um die Wirkung der Belastung von Gasherden auf Atemwege von Kindern ging. Da die Datenlage schwach war, wurde einfach geschätzt(!), dass ein Gasherd die mittlere NO2 Konzentration im Haushalt auf ungefähr 0,040 Milligramm je Quadratmeter erhöht. Die US-Behörde EPA hat bei dieser Datenlage diesen Wert nicht übernommen. Dieser Wert galt nun aber in der EU und ist anscheinend sakrosankt, denn ein Zweifel daran würde den Glauben der Bevölkerung in die Unfehlbarkeit der Behörden, Experten und besonders der Grünen erschüttern. Die nachträgliche Auswertung von älteren und neueren Studien dienten dazu, den Wert nicht anzuzweifeln, sondern zu stützen. Wie kann eine solche Datenlage und die Interpretationsbreite sonstiger Studien rechtfertigen, dass gemessene 0,041 Milligramm je Quadratmeter schon zu Fahrverboten, Enteignung von Dieselbesitzern und Sperrung von Hauptverkehrsstraßen führt.

Erst als eine Reihe von Lungenfachleuten den Grenzwert als medizinisch unsinnig erklärt habt und dafür heftig angefeindet wurde, kam eine Diskussion über die Sinnhaftigkeit des Grenzwertes in Gang. Dies ist zweifellos mehr ein politisch als medizinisch begründeter Grenzwert, der tatsächlich etwas bewirkt hat und noch bewirkt, aber keine Fahrverbotsbegründung. Lösung des Problems: Man ändert die 0,040 Milligramm je Quadratmeter vom Grenzwert zum Richtwert, wie es die WHO ausdrücklich vorgesehen hat, dann sind leichte Überschreitungen dieses Jahresmittelwertes zulässig und Fahrverbote vermieden.

Dr. Hartmut Endriß, Weilheim

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