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Große Ehre für einen kleinen Verein

Auszeichnung Kickfair aus Ostfildern hat für sein Straßenfußball-Projekt „Kickformore“ den „Laureus Sport for Good Award“ erhalten. Von Dominic Berner

Aus den Händen von Fredi Bobic erhalten Mazen Mirzo und Steffi Beister von „Kickfair“ die auch „Oscar des Sports“ genannte Ausze
Aus den Händen von Fredi Bobic erhalten Mazen Mirzo und Steffi Beister von „Kickfair“ die auch „Oscar des Sports“ genannte Auszeichnung „Laureus für Good Award“. Foto: Igor Panitz

Große Freude bei der Organisation Kickfair. Der Verein aus Ostfildern-Ruit, zu dessen Gründungsmitgliedern auch David Breimer aus Kirchheim zählt (unten stehendes Interview), ist mit dem „Laureus Sport for Good Award“ ausgezeichnet worden. Der internationale Preis ehrt soziale Projekte, die mit „herausragender Arbeit das Leben junger Menschen verändern“.

Die Ostfilderner überzeugten die Jury mit dem Fußballprogramm „Kickformore“: „Dieses Projekt baut Brücken zwischen Kulturen, insbesondere in Gebieten mit hohem Flüchtlingsanteil und Bildungsbenachteiligung“, begründet die Jury ihre Entscheidung. Durch sein soziales Engagement trage der Verein zum sozialen Miteinander bei. Den Award bekamen die Ostfilderner bei einer digitalen Zeremonie im spanischen Sevilla von Laureus-Botschafter Fredi Bobic überreicht.

Bei dem Projekt „Kickformore“ geht es darum, benachteiligten Schülerinnen und Schülern über den Straßenfußball Zukunftsperspektiven zu geben. Die Organisation verknüpft den Sport mit ganzheitlichen Bildungsangeboten. So sollen die Jugendlichen Dinge erlernen, die sie im rein kognitiven Schulunterricht nicht beigebracht bekommen. Das übergeordnete Ziel dabei: Alle jungen Menschen sollten die gleichen Chancen haben, damit sie die Gesellschaft mitgestalten können. An sechs Schulen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz wurde „Kickformore“ bereits etabliert. An dem Projekt nimmt auch die Erich-Kästner-Gemeinschaftsschule in Nellingen teil. Insgesamt erreicht es über 1000 Jugendliche in ganz Deutschland.

Fähigkeiten für die Zukunft

Kickfair versteht sich dabei nicht als klassischer Anbieter sozialer Arbeit. Viel mehr geht es dem 2007 gegründeten Verein darum, „das Bildungskonzept in die DNA von Schulen einzuweben“, erklärt Sprecherin Julia Sandmann. Doch wie sieht das konkret aus? - In der Anfangszeit kommen junge Botschafter, die sogenannten Youth Leader, an die Schulen. Sie bringen den Schülern und Lehrern den Straßenfußball nahe. Der Sport wird dabei zur Unterrichtssprache: So gibt es keine Schiedsrichter und keine festen Regeln. Die Jugendlichen einigen sich untereinander darauf, was erlaubt ist und was nicht.

Mit dieser Methode sollen die Schülerinnen und Schüler wichtige Fähigkeiten und Eigenschaften für ihre Zukunft trainieren. Selbstbewusstsein beispielsweise, aber auch Disziplin und Teamfähigkeit. Wie das Konzept umgesetzt wird, ob direkt im Unterricht, in der Pause oder nach Schulschluss gespielt wird, das hängt laut Sandmann von den einzelnen Schulen ab. Nach einer gewissen Zeit ziehen sich die Youth Leader dann langsam zurück, bleiben jedoch ständig im Austausch mit den Pädagogen und Schülern.

Aus den Händen von Fredi Bobic erhalten Mazen Mirzo und Steffi Beister von „Kickfair“ die auch „Oscar des Sports“ genannte Ausze
Aus den Händen von Fredi Bobic erhalten Mazen Mirzo und Steffi Beister von „Kickfair“ die auch „Oscar des Sports“ genannte Auszeichnung „Laureus Sport for Good Award“. Foto: Igor Panitz
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