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„Grüne Grundsätze“?

Zum Artikel „Ja zum Erhalt des Hungerbergs in der heutigen Form“ vom 22. September

Sinneswandel der „Grünen“, oder besser gesagt, Verleugnung der eigenen Standpunkte. Die Grünen stehen für weniger Verkehr, weniger CO2, möglichst keine Autos, nur regionale Produkte essen, verdichtetes Bauen, Flächenverbrauch eindämmen, nur noch Fahrrad und ja kein Urlaub mit dem Flugzeug!

Habe ich etwas vergessen oder falsch verstanden? Das Statement der „Grünen“ im Kirchheimer Gemeinderat zum Hungerberg wirft wohl alle „grünen Grundsätze“ über den Haufen. Wie soll es gehen, wenn der Arbeitsplatz in Sindelfingen ist? „Grüne Grundsätze“: Wohnen und Arbeiten an einer Stelle, mit dem Fahrrad zur Arbeit? Oder mit der S-Bahn?

Stellen Sie sich vor, am Standort Hungerberg entstehen 500 neue Arbeitsplätze. Das sind das 500 Daimler-Pkw weniger, die die A 8 verstopfen. Dadurch ist der morgendliche und abendliche Stau weg. 500 Autos, die täglich 80 bis 90 Kilometer fahren, nur um zur Arbeit zu kommen. Das sind auf 40 Jahre Arbeitszeit 450 Millionen Kilometer, die nicht mehr gefahren werden. Öko-Bilanz? Wo sind die „Grünen“-Grundsätze? Hier wird die Chance auf eine CO2-neutrale Arbeitswelt vergeigt! Ist das unsere Jugend nicht wert? Die Hochschule Nürtingen hat ein Gutachten erstellt, dass kein negativer Einfluss auf das Klima in Kirchheim zu erwarten ist, wenn die Bachläufe des Gießnau- und des Jauchertbaches erhalten bleiben. Dieses Gutachten liegt sicher auch der „grünen“ Fraktion vor. Warum dann so ein Statement, das unsere Kinder weiter auf die Reise nach einem Arbeitsplatz schickt? Verkehr einschränken, arbeiten vor Ort, das ist die Maxime. Zum anderen ist noch ein totaler Zerfall der „grünen Moral“ zu bemerken. Mit Stimmen der „Grünen“ ist in Kirchheim bei den Lauter-Terrassen ein Stockwerk weniger gebaut worden. Flächen verbrauchen? Verdichtetes Bauen? Bezahlbare Wohnungen? Alles nach dem Motto „Wasser predigen und Wein trinken!“

Hans Falkenstein, Kirchheim

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