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Grünzug oder ein Industriekomplex?

Zur Berichterstattung über das geplante Gewerbegebiet Hungerberg in Dettingen

Es ist doch toll: Der Dettinger Bürgermeister Haußmann bringt sein Dorf wunderbaren Zeiten entgegen! Die Gewerbesteuer wird sprudeln, mehrere Hundert neue Arbeitsplätze werden geschaffen, die innovative Entwicklung und Produktion bleibt im Ländle, Eigentümer landwirtschaftlicher Flächen können ihre Flächen lukrativ verkaufen anstelle dürre Pachterträge zu erhalten und so weiter. Natürlich erhält die Gemeinde ordentlich Fördergelder (aus unseren Steuergeldern) zur Erschließung des Industriegebietes.

Da gibt es doch tatsächlich Dettinger Bürger, die dagegen sind, trotz dieser schöngefärbten Zukunft! Leider ist es gar nicht alles so rosig, wenn man genauer hinschaut. Sehen wir mal, was Rainer Haußmann auf der Dettinger Webseite behaupten lässt: Keine Beeinträchtigung bestehender Wohngebiete. Stimmt. Dettinger Wohngebiet ist nicht direkt betroffen, aber das gilt natürlich nicht für das nahe Kirchheimer Bohnau-Gebiet-Süd!

Nähe zu einer Schienenverbindung. Ein Witz. Die Strecke Kirchheim-Weilheim ist stillgelegt. Die Strecke Kirchheim-Lenningen liegt westlich der B 465. Soll hier etwa ein Bahnübergang zum Hungerberg geschaffen werden? Außerdem wird der ehemalige Güterbahnhof in Kirchheim als zukünftiges Wohngebiet ausgewiesen.

Lage außerhalb von Schutzgebieten. Natürlich, denn der Schutz des Grünzugs soll einfach, ohne betroffene Bürger zu fragen, einkassiert werden.

Arbeitsplätze, Wertschöpfung vor Ort: Die vielen innovativen Arbeitsplätze werden Spezialisten besetzen, die schon anderweitig außerhalb von Dettingen ihren lukrativen Beschäftigungen nachgehen. Es ist ein Märchen, dass die örtlichen Handwerker und die Industrie davon direkt profitieren. Dafür werden Miet- und Immobilienpreise steigen durch die hierher ziehenden einkommensstarken Beschäftigte.

Es gibt noch wesentlich mehr zu hinterfragen. Fortsetzung folgt!

Albrecht Thaer, Dettingen

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