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Grünzug oder Industriekomplex?

Zur Berichterstattung über das geplante Gewerbegebiet Hungerberg

Über das schöngefärbte Pro lohnt sich es nicht mehr viel zu schreiben, denn es ist ja viel von Kirchheimer, Dettinger und Notzinger Bürgermeistern sowie dem Regionalverband Stuttgart veröffent­licht worden.

Wenden wir uns noch einmal der Vielzahl von innovativen Arbeitsplätzen zu, die angeblich neu geschaffen werden sollen. Wie schon geschrieben, werden dorthin Fachkräfte und Forscher versetzt, die an anderen Orten ihrer Beschäftigung nachgehen. Es werden also keine neuen Arbeitsplätze geschaffen, sondern nur von anderen Orten verlagert. Dann reisen die neuen Beschäftigten mit dem Auto an, denn wohnhaft sind sie bestimmt nicht in Kirchheim oder Dettingen. Das gibt ein Verkehrschaos an der Ausfahrt Kirchheim-Ost. Schon jetzt passiert es häufig, dass teilweise ein circa 500 Meter langer Rückstau auf dem Standstreifen vor der Ausfahrt entsteht. Entsprechend staut sich auch auf der B 465 der Verkehr von Kirchheim Richtung Lenningen, um auf die neue Zufahrtstraße zum Hungerberg zu kommen. Vor allem, wenn tatsächlich, wie vom Regio­nalverband Stuttgart prognostiziert, täglich circa 13 000 Fahrzeuge sich zusätzlich auf den Straßen bewegen.

Man stelle sich das vor: auf zwölf Stunden gerechnet alle drei Sekunden ein Kfz! Da hilft auch nicht der vierspurige Ausbau der B 465 bis zum Orts­ende Dettingen, denn der Stau entsteht bei der Autobahnabfahrt. Die Kirchheimer, Owener und Lenninger werden dann wohl den Stau umgehen. Wo? Natürlich auf der Kirchheimer ­Straße durch Dettingen. Dabei ist es schon jetzt morgens beziehungsweise abends schwierig, über die ­Straße zu kommen, wegen der vielen Durchfahrenden. Zusätzlich wird der Verkehr wegen Entfernung der Busbuchten durch haltende Busse behindert. Schöne neue Welt in Dettin­gen!

Albrecht Thaer, Dettingen

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