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Grünzug oder Industriekomplex?

Zur Berichterstattung über das geplante Gewerbegebiet Hungerberg in Dettingen

Waren Sie auch an jenem Samstag bei der Begehung am Hungerberg? Ich konnte an den fünf verschiedenen Informationsständen sehr interessante Gespräche führen und den informativen Ausführungen der Referenten zuhören. Das hat mich in meiner Meinung bestärkt.

Am folgenden Dienstag fand dann die Podiumsdiskussion in der Schlossberghalle in ­Dettingen statt. Doch die Gesprächsführung kam immer wieder auf das „gol­dene Kalb neue Arbeitsplätze“ zurück. Beim genauen Hinterfragen wurde von Herrn Rogg von der Wirtschaftsförderung gesagt: „Bei einem Industriegebiet von 42 Hektar dachten wir an 3000 Arbeitsplätze, doch jetzt bei nur 21 Hektar sind es wohl nur 1000. Wir wissen nicht, wer sich im neuen Indus­triegebiet ansiedeln wird.“

Auf die gezielte Frage, wie viel Arbeitsplätze werden von bisherigen Standorten zum Industriegebiet Hungerberg nur verlagert, antwortete Frau Käppel von der Arbeitsagentur Göppingen ausweichend: „Wir wissen nicht, wer sich ansiedelt und wie viele Arbeitsplätze geschaffen werden.“ Auf den akuten Fachkräftemangel an Ingenieuren et cetera in der Region ging sie nicht ein und verwies nur auf die Absolventen von Hochschulen und Universitäten.

Bürgermeister Haußmann verwirrte die Zuhörer mit einer Zahlenflut von Arbeitsplätzen, Kaufkraft, Gewerbesteuer, Grundsteuer, Zuschüssen et cetera, sodass nicht eindeutig klar wurde, wie viele Jahrzehnte Dettingen den Schuldenberg für die Erschließung Hungerberg vor sich her schiebt.

Im Interview sprach Herr Wick vom DGB: „Die Region Stuttgart braucht Flächen vor allem als Übergangslösungen für die Umstellung von Produktionsstand­orten.“ Was passiert danach? Dann ist fruchtbarer Acker schon versiegelt.

Stellen Sie Fragen, was Ihnen unklar ist. Erwägen Sie dann, ob fruchtbare Ackerfläche für die Industrie versiegelt werden soll.

Albrecht Thaer, Dettingen

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