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Gute Lösungen finden

Zur Berichterstattung über den Hungerberg

Interessiert verfolge ich die Berichte im Teckboten über den „Hungerberg“. Argumente der „Initiative Hungerberg“ und der Befürworter des Vorhaltestandortes und ihrer Fachleute wurden genügend erörtert.

In Leserbriefen und sozialen Medien fällt auf, dass der Ton rauer wird. Zahlen und Behauptungen über wissenschaftliche Erkenntnisse werden dargelegt, die sowohl für oder gegen einen Vorhaltestandort sprechen, Ängste werden geschürt. Gegendarstellungen werden prompt nachgeliefert. Aus Archiven sucht man jahrealte Aussagen von Gemeinderäten und -innen, um sie in Misskredit zu bringen. Das ist schlechter Stil.

Die „Initiative Hungerberg“ und die Landwirte sehen sich als Bewahrer der Natur und wollen die Bebauung des Hungerbergs verhindern. Bei allem Respekt, Wertschätzung der Arbeit und der Landschaftspflege von Landwirten ist ein Insektensterben zu beobachten, Vogelarten gehen dramatisch zurück, was Wissenschaftler unter anderem auch auf intensive Bewirtschaftung der Böden und der Verwendung von Herbiziden zurückführen. Ein Umdenken hat eingesetzt. - Aber Fakten sind: Landwirtschaftliche Erzeugnisse an der Autobahn angebaut, sind belastet, ebenso die Böden. Von 22 Hektar Fläche am Hungerberg sind bereits zehn Hektar an der ICE-Trasse verbaut und nicht mehr als landwirtschaftliche Fläche vorhanden.

Uns allen liegt der Naturschutz am Herzen. Trotzdem: Wollen wir wirklich die Chance in unserer Region nicht nutzen, die sich uns bietet? Die Pandemie hat unsere Abhängigkeit vom Ausland gezeigt. Unsere junge Generation braucht Entwicklungsmöglichkeiten und Betätigungsfelder bei all den Strukturveränderungen. Packen wir es doch an: Gute Lösungen finden, die Ökologie und Ökonomie miteinander verbinden! Dettingen braucht das gute Miteinander und den Vorhaltestandort Hungerberg.

Ursula Raichle, Dettingen

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