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Habeck als Umweltminister

Zum Artikel „Immense Erwartungen spornen uns an“ vom 18. Juni

Der Aufstieg der Grünen in der Wählergunst erscheint derzeit unaufhaltbar. Sie scheinen die richtigen Fragen zu stellen, ohne gleich Lösungen anbieten zu müssen. Ihre derzeitige Lichtgestalt Robert Habeck hat sich immerhin letzthin zu seinen Vorstellungen zur Lösung des Endlagerproblems geäußert. Die wichtigsten Experten einigen sich auf den geeignetsten Standort in Deutschland. Die Grünen überzeugen die betroffenen Bewohner, und dann wird zügig gebaut. Warum ist bisher niemand auf diesen Plan gekommen?

Herr Habeck wäre der geeignete Mann als Umweltminister (oder mehr) in der nächsten Regierung. Er wäre dann zuständig für den Bau der Stromtrassen. Er überzeugt seine Mitglieder an der Spitze der Bürgerinitiativen von deren Notwendigkeit und von der Abkehr vom St.-Florians-Prinzip. Er überzeugt in Ostdeutschland die Braunkohlekumpels über die Notwendigkeit eines sofortigen Kohleausstiegs, weil oder obwohl in China fast jeden Tag ein neues Kohlekraftwerk ans Netz geht. Er erklärt den Gegnern von Windkraftanlagen, dass bei fünf vor zwölf der Schutz einzelner Greifvögel oder Fledermäuse gegenüber des Klimaschutzes von untergeordneter Bedeutung ist. Er klärt in seiner Partei den Widerspruch beim Vorwurf an die Groko, übermäßig Flächen zu verbrauchen, und dem Vorwurf, zu wenig Wohnungen gebaut zu haben.

Er veröffentlicht eine ehrliche Ökobilanz zwischen Diesel und E-Fahrzeug unter Einbeziehung der Lebensdauer der Batterie und der Herstellung des Stroms. Wenn er diese Aufgaben zur Zufriedenheit der Mehrheit der Bevölkerung erfüllt, wäre seine Eignung als Kanzlerkandidat erwiesen.

Da er als Duo auftritt, wäre Frau Baerbock die ideale Pressesprecherin - sie braucht keine eigene Gedanken zu präsentieren und könnte weiterhin Dauerreden halten.

Dr. Hartmut Endriß, Weilheim

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