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Hackschnitzel und Naturschutz

Der Frühling ist da, und die Holzernte kennt keine Pause. Neben den Stämmen großer Bäume, die vor Ort auf Weiterverarbeitung oder Transport warten, werden junge Bäume, Sträucher und Äste abgesägt und an Ort und Stelle zu „Hackschnitzeln“ geschreddert, die später zu Pellets gepresst und in „Komfortöfen“ verheizt werden können, deren Betrieb bei Feinstaubalarm untersagt ist. Die Eingriffe in die Natur sind erheblich: Die charakteristischen Bäume an der Wacholderheide des Randecker Maars sind umgesägt, die Bepflanzung des Plochinger Kreisels zur Gartenschau vor circa 20 Jahren, die zu schönen Wäldchen herangewachsen war - abgesägt und entfernt. Junge Bäume und Sträucher in und um Kirchheim überall gerodet.

Diese Baumarbeiten wurden nach meiner Beobachtung auch noch im März/April fortgesetzt. Ein besonders krasses Beispiel war diese Woche auf der Zubringerstraße von der B 297 zum Flugplatz Hahnweide zu sehen, wo im hinteren Abschnitt mit Gartengrundstücken von einem Unternehmen Baum und Garten, die in großer Höhe über den Weg wachsenden Äste abgeschnitten wurden. Auf meine Rückfrage teilte mir ein Vorarbeiter mit, diese Arbeiten würden im Auftrag der Stadt Kirchheim durchgeführt, um den ungehinderten Verkehr von Transportfahrzeugen zum Biomassenwerk zu ermöglichen. Kurz darauf warf ein Mitarbeiter, der oben im Baum gesägt hatte, ein Bussardnest von oben auf den Weg!

Die Transporte mit großen Mulden-Lkw mit Anhänger sind inzwischen zu einem Berg aus Holzschnitzeln im Areal des Biomassenwerks aufgehäuft worden. Gleichzeitig wird darüber geklagt, dass Insekten und Vögel keinen Lebensraum mehr finden und der Nabu sieht zu.

Wird hier der Profit mit der Vermarktung der Holzschnitzel über den Erhalt der Umwelt gestellt?

Wolfram Staudenmaier, Kirchheim

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