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Handballsaison ist vorzeitig beendet

Corona Die drei baden-württembergischen Verbände haben beschlossen, von der Oberliga abwärts die Runde ohne Auf- und Absteiger abzubrechen. Von Klaus Schlütter

Ausgebremst: Nicht nur Tobias Baumann und die HSG-Handballer schauen nach dem vorzeitigen Saisonabbruch in die Röhre. Foto: Mark
Ausgebremst: Nicht nur Tobias Baumann und die HSG-Handballer schauen nach dem vorzeitigen Saisonabbruch in die Röhre. Foto: Markus Brändli

Die Hallensaison 2020/21 im Handball ist von der Oberliga abwärts beendet, bevor sie überhaupt richtig begonnen hat. Für die meis- ten Vereine sogar vor dem ersten Anwurf. Wegen der Corona-Pandemie haben die drei Verbände aus Baden, Südbaden und Württemberg gemeinsam beschlossen, den Spielbetrieb ab sofort einzustellen. In den Ligen der drei Verbände BHV, SHV und HVW gibt es damit keine sportlichen Auf- und Absteiger.

Die Entscheidung fällten die Präsidien einstimmig. „Wir fokussieren unsere Aktivitäten nun auf die Planungen für die Spielrunde 2021/22“, erklärte Peter Knapp (Oftersheim), der Vorstandsvorsitzende von Handball Baden-Württemberg und Präsident des Badischen Verbandes, in einer Pressemitteilung. Er fügte hinzu: „Im Bereich der Jugend zielen diese auf eine sportliche Qualifikation für die Runde 2021/22.“

HVW-Präsident Hans Artschwager, zugleich Vize-Präsident des DHB und Sprecher der Landesverbände, betont: „Außerdem laufen unser aller Überlegungen, wie der Handball - sobald Mannschaftssport wieder zugelassen wird - in den kommenden Monaten bis zum Beginn der Runde 2021/22 gefördert und unterstützt werden kann.“

Erleichterung auf Bezirksebene

Für alle Beteiligten kommt diese Entscheidung nicht überraschend. Roland Dotschkal, Spielleiter des Bezirks Esslingen-Teck, sagt: „Irgendetwas übers Knie zu brechen, wäre in der momentanen Situation fatal gewesen. Zumal niemand weiß, was mit den Mutationen des Virus Covid-19 sonst noch auf uns zukommt. Es ist ja nicht nur der Handball, sondern das ganze öffentliche Leben betroffen.“

„Nach den Erfahrungen der Saison zuvor hätte man diesmal viel früher abbrechen sollen“, übt Uwe Hamann, Handball-Chef des Verbandsligisten VfL Kirchheim, leise Kritik. Warum? „Dann hätte man sich die intensive Vorbereitung, die mit großem Engagement und erheblichen Kosten verbunden war, sparen können.“ Er fügt aber gleich hinzu: „Eigentlich ist es unter den gegebenen Umständen nicht okay, zu jammern.“ Es sei das schwierigste seiner acht Jahre als Handball-Verantwortlicher unter der Teck.

Für Daniel Kraaz, Neu-Trainer der HSG Owen/Lenningen, kam der Verbandsbeschluss erwartungsgemäß. „Alles andere wäre komisch gewesen. Beim Handball ist die Ansteckungsgefahr groß, kommt man sich doch körperlich sehr nahe“, gibt er zu bedenken, „auch wenn es sehr schade für uns ist.“ Die vier gewonnenen Punkte aus den ersten zwei Landesliga-Spielen kann sein Team nun „in die Tonne kloppen“.

Um in der Länge nicht absehbaren Zwangspause nicht einzurosten, hat Kraaz seinen Spielern einmal die Woche Onlinetraining zu Hause und eine Lauf- oder Fahrradeinheit verordnet, die er übers Handy kontrolliert.

Beim VfL Kirchheim sind im Moment Laufeinheiten angesagt. Hamann: „Ab März wollen wir mit einem professionellen Fitnesscoach arbeiten. Im Juni und Juli planen wir eine Sommerrunde mit kleinen Turnieren, um dann gut gerüstet in den hoffentlich stattfindenden Spielbetrieb zu kommen.“

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