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Herbstzeit

Bevor der Sonne Auge bricht erscheint mit Macht, im letzten Abendlicht des Herbstes volle Farbenpracht.

Der Kirschbaum glüht am Hange, ein roter Feuertraum, wie eine Riesenflamme, die lodert in den Raum.

Odins Vögel krächzen die Dämmerung herbei, bald beginnt die Nacht ihr Regiment, taucht die bunten Töne in dunkles Einerlei, das keine Farben kennt.

Auch erhebt der Herbstwind seine Schwingen, fegt fetzig über Wald und Land, am Morgen ragen kahl die Äste, so wie Finger an einer gespreizten Hand.

Der Herbstwind riss die Blätter vom Geäst, ließ Zweig und Stamm erzittern, trieb sie in wahrem Wirbelfest zu Haufen, hinter Ecken, Gittern.

Nun setzt der Frost den Fuß aufs Land, überzieht es mit blanker Weiße. Die Farbenpracht des Herbstes schwand, und Reif bedeckt die Weite.

Walter Graef, November 2007

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