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Hochsaison für die Powerfrucht

Ernte Kälte und Nässe waren treue Begleiter der Landwirte. Darunter litt vor allem der Spargel. Das Unwetter am Mittwoch setzt den Erdbeeren zu. Von Cara Döhlemann

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Mit großem Genuss verspeisen Erdbeerfreunde rund um die Teck die reifen Vitaminbömbchen. Jetzt ist Hochsaison der roten Köstlichkeiten, wie sich an den vielen Verkaufsständen ablesen lässt. An heißen Sommertagen sind die süßen Früchte besonders begehrt. Sie werden in unterschiedlichsten Varianten und Formen verzehrt. Egal ob klassisch im Kuchen, erfrischend im Joghurt, als leichte Tiramisu-Variante oder als kleiner Gag im Sekt – Erdbeeren gehen immer. Sogar knackige Salate schmücken die kleinen Leckerbissen. Eine Gemeinsamkeit finden aber alle Erdbeerkenner: zu viel – gibt es nicht!

Vor wenigen Tagen berichtete Guido Henzler von „Henzler Früchte“ mit Sitz in Nürtingen von einer ergiebigen Ausbeute, doch das schwere Unwetter am Mittwoch hat die restliche Ernte in Raidwangen buchstäblich verhagelt „Auf 20 Hektar ist nichts mehr übrig geblieben“, sagt Henzlers Ehefrau Anna. „Wir hatten in der Hitzeperiode so gekämpft und die Pflanzen beregnet, damit sie ein bisschen Abkühlung haben“, erzählt sie. „Und dann ist an einem Tag alles vorbei.“ Nicht nur den Früchten haben die tischtennisballgroßen Hagelkörner den Garaus gemacht, komplett zerstört wurden auch die Pflanzen. Auf den Feldern Richtung Neckarhausen gab es Überschwemmungen, verschont blieben dagegen die Erdbeerfelder in St. Johann. Um die in einer Woche beginnende Ernte nicht zu gefährden, werden die Netze, die bislang im Tal angebracht werden, nun dort gespannt. „Vor so einem Hagel schützen sie allerdings auch nicht“, so Anna Henzler. Am Mittwoch hatten sich darauf fünf mal fünf Meter große Eisschollen gebildet. Sie hofft, die Tage bis zur Ernte auf der Alb überbrücken zu können. Für Beerenfans hat sie einen Trost: „Im Moment kann man ja auf Himbeeren ausweichen.“

Und wie sieht es beim Spargel aus? Die kalten Tage zu Saisonbeginn haben sein Wachstum stark gebremst. Die Preise schnellten in die Höhe. Ab Mitte Mai ging es dann mit dem Wetter und der Ernte bergauf. Am gestrigen Johannistag war offizielles Ende der Spargelsaison. Die Landwirte stellen sich auf Einbußen bei dem Stangengemüse ein. Es ist schon die zweite schwierige Spargelsaison in Folge, im vergangenen Jahr hatte die Corona-Pandemie die Ernte erschwert. Hauptgrund war, dass die Saisonarbeiter fehlten. Im Vergleich dazu sind die Erzeuger heute zufrieden. Guido Henzler weiß: „Jede Ernte ist abhängig von jedem einzelnen Tag in der Saison, dabei sind verschiedene Faktoren wichtig.“

Für den Spargelbauern spielt der Stichtag am 24. Juni keine Rolle, er macht den letzten Spargelstich nicht vom Kalender, sondern vom Wetter abhängig. Die Regel lautet: Sobald die Sonne brennt, ist Schluss. ,,Derzeit steckt noch viel in unseren Feldern, und wir können noch länger Spargel stechen“, lautet die Botschaft für Freunde der weißen Stangen.

Gesund und lecker sind Erdbeeren und Spargel. Erdbeeren enthalten mehr Vitamin C als Orangen. Sie bestehen zu 90 Prozent aus Wasser. Bereits 200 Gramm der kalorienarmen Früchte decken den durchschnittlichen Tagesbedarf eines Erwachsenen an Vitamin C ab. Auch Spargel hat durch seinen hohen Wassergehalt kaum Kalorien und enthält reichlich Vitamine. Die grünen Stangen sind sogar noch gesünder als die weißen, da sie mehr Vitamin A enthalten.

 

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