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In der Stadt herrscht Urlaubsstimmung

Aktion Geöffnete Läden und reichlich Attraktionen sorgen für reges Treiben in der Innenstadt beim verkaufsoffenen Sonntag. Viele Kirchheimer nutzen die Gelegenheit, sich ohne Voranmeldung impfen zu lassen. Von Andrea Barner

Zahlreiche Menschen genossen die sommerlich-leichte Atmosphäre in der Fußgängerzone und in den Altstadtgassen.Fotos: Günter Kahl
Zahlreiche Menschen genossen die sommerlich-leichte Atmosphäre in der Fußgängerzone und in den Altstadtgassen.Fotos: Günter Kahlert

Schlangen vor den Eiscafés, Palmen am Rossmarkt. Viele Kirchheimer sind unterwegs zum Shoppen und Flanieren. Sie tragen Shorts und Sonnenbrillen, die Kinder haben bunte Käppis auf, Flip-Flops sind bei diesem Wetter allseits angesagt. Vor vielen Geschäften stehen Strandliegen, in den Gassen spielen Straßenmusikanten auf. Die Stimmung bei strahlendem Sommerwetter ist großartig - fast wie Urlaub im sonnigen Süden. Familien und Freundeskreise bevölkern die Gastronomie, vor allem außen. Endlich mal wieder gemeinsam essen, quatschen und Spaß haben: Beim verkaufsoffenen Sonntag in Kirchheim machte sich gestern Urlaubsstimmung breit.

In der Dreikönigsstraße reihen sich die Tische aneinander, „Glocke“ und „3K“ geben den Ton an. An der Ecke zur Metzgerstraße spielt das Duo „Agüepanela“ aus Nürtingen traditionelle und moderne Musik aus Argentinien. Das hat seinen Grund: hier findet am Sonntagmittag ein Grill-Event statt. Juan Camerlingo präsentiert zusammen mit dem 3K-Chefkoch Peter Goller einen neuartigen Grill. Die sogenannten „Kamados“ mit raffinierten Koch- und Grilleigenschaften werden in einer Ebersbacher Manufaktur angefertigt. Einen davon hat sich Michael Holz mit „3K-Design“ töpfern und glasieren lassen. Den letzten Schliff bekommt er vor den Augen aller vom Lenninger Künstler Rainer Hoffelner.

In der Max-Eyth-Straße sitzt „Netti“ und spinnt. Mit ihrem Spinnrad lässt sie aus handgefärbtem Rohmaterial Wollknäuel entstehen: ein interessanter Einblick in gelebtes traditionelles Handwerk in Kirchheim. „Normalerweise betreibe ich einen kleinen Online-Shop“, sagt Annett Krohm, die ihre Künste auch an Markttagen präsentiert. Als Kontrastprogramm betreibt eine Sportkampfschule Eigenwerbung.

Mit Daniel Hochsteiner hat der Kirchheimer Cityring einen „Tempo-Tennis-Jongleur“ engagiert. Eine seiner Spezialitäten ist das beeindruckende Herumwirbeln mit Tennisschlägern. An der Lauterbrücke beim Stadtkino steht die Feuerwehr, hier dürfen sich die Kinder bei Spritzübungen austoben. Bei dem Wetter kommt das besonders gut an.

In den Schaufenstern locken Rabatte von 20 bis 70 Prozent. Früher sagte man „Sommerschlussverkauf“, neuerdings heißt das „Summer Sale“. Schnäppchen-Angebote wird es allerdings auch in den nächsten Tagen noch zu kaufen geben. Die Menschen auf den Straßen und Plätzen haben ihre Masken überwiegend abgelegt, aber beim Gang in die Läden diszipliniert wieder aufgesetzt.

Die meisten wissen: die Corona-Epidemie ist noch nicht ausgestanden. Nach wie vor ist Vorsicht geboten. Dessen ist sich auch der Landkreis Esslingen bewusst und hat auf dem Schlossplatz im Rahmen einer frisch gestarteten Impf­offensive ein „Pop-Up-Impfzentrum“ aufbauen lassen.

Seit 14. Juli kann sich jeder, der möchte, in einem der beiden Kreis­impfzentren in Esslingen und auf der Landesmesse ohne Termin impfen lassen - oder eben in einer der mobilen Impfstationen. Sie werden von den Maltesern betrieben. „Wir wollen den Impfstoff zu den Menschen bringen“, sagt Dominik Spies, stellvertretender Leiter Ehrenamt Malteser. Das Angebot wird gut angenommen. „Wir haben um 20 vor elf mit den Impfungen angefangen, um 11  Uhr stand die Warteschlange vom Schlossplatz bis zum Spielwarengeschäft.“ In der grauen Kühlbox haben die Malteser 300 Impfdosen von „Johnson & Johnson“ mitgebracht. Am Ende des Tages werden es 175 Dosen sein, die verimpft wurden.

Wer sich impfen lassen möchte, kommt ohne Anmeldung, allerdings mit Ausweis und Impfpass. Bevor es zum Arzt geht, füllt der Kandidat einen Fragebogen aus und bekommt fachkundige Informationen. Dann der „Piks“ und eine Ruhepause - das war’s. Weitere Aktionen mit der mobilen Impfstation sind in Planung.

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