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In ein paar Stunden um die Welt

Lesespaß In den herausfordernden vergangenen zwei Jahren haben viele Menschen wieder ein Hobby für sich neu entdeckt – das Lesen. Ein Zeitvertreib, bei dem jeder auf seine Kosten kommt. Von Dorina Schreiber

Warum denn in die Ferne: Mit einem guten Buch kann man die Gedanken schweifen lassen und Urlaubsgefühle genießen.Foto: Carsten R
Warum denn in die Ferne: Mit einem guten Buch kann man die Gedanken schweifen lassen und Urlaubsgefühle genießen.Foto: Carsten Riedl

Nie gab es eine bessere Zeit, um zum Bücherwurm zu werden, als in einem Sommer, der jede Reise mit etlichen Hürden verknüpft. Für Lesefreunde in Kirchheim ist aber Vorsicht geboten: ein Plausch mit den Buchhändlern wird schnell zur Belastungsprobe für das Portemonnaie.

Die Verlage hätten sich zwar in letzter Zeit zurückgehalten, was die Veröffentlichung neuer Schmöker anginge, wie Kathrin Hörcher von der Buchhandlung Schöllkopf berichtet. Dennoch ringen die Neuerscheinungen in immerwährendem Wettbewerb um den ersten Platz der Bestsellerlisten - und dass es weniger von ihnen gibt, fällt in der Hülle und Fülle, die die Geschäfte zieren, dem Laien gar nicht auf.

Die Buchhändlerin hat reichlich Tipps: „Offene See, von Benjamin Meyers ist zum Beispiel sehr beliebt. Es spielt in England und zeigt, wie ein Bergarbeiter durch eine Begegnung mit einem unkonventionellen Menschen lernt, den eigenen Weg zu gehen“, fasst sie zusammen und lobt besonders die Naturbeschreibungen. Außerdem kann sie „Die Grenze“ von Erika Fatland als Urlaubslektüre empfehlen. Es sei ein spannendes, unterhaltendes Buch, das von einer Reise durch alle möglichen Länder handelt.

Dass gerade Bücher von anderen Ländern gefragt sind, weiß auch Karen Schad vom „LeseLaden“. Neben den üblichen Urlaubsratgebern sei auch „Julius oder die Schönheit des Spiels“ von Tom Saller neu mit dabei. „Das Buch überzeugt mit der schönen sprachlichen Umsetzung, aber auch weil es einen Bezug zu Gottfried von Cramm enthält“, erzählt die Expertin. Er sei ein außerordentlicher Sportler und Tennisprofi im 20. Jahrhundert gewesen. Auf großen Zuspruch stoße auch „Der große Sommer“ von Ewald Arenz. „Die Geschichte spielt in den 80er Jahren und handelt davon, dass ein Junge den Sommer bei seinem Opa verbringt - er erlebt dabei die erste Liebe, knüpft Freundschaften, es kommt aber auch zu einem Unglück“, resümiert Karen Schad. Neu herausgekommen ist auch der achte Teil von „Madame Le Comissaire“ von Pierre Martin. „Das Buch befördert einen regelrecht nach Frankreich und transportiert ganz tollen Urlaubsflair“, schwärmt sie.

Thriller gehen immer

Sich auf ein Genre festzulegen, das bei der Kundschaft besonders gefragt ist, fällt den Expertinnen von Zimmermann schwer. „Es ist quer Beet alles mit dabei, so wie man es kennt. Familiengeschichten und Liebesromane sind im Sommer immer recht beliebt. Aber auch Thriller und Krimis werden gerne gelesen“, wägt Sibylle Mockler ab. Fitzek habe sich zum Beispiel kürzlich an einem Roman versucht, der ganz ohne Grusel als Aufmunterung zu dem schon düsteren Alltag fungieren sollte. Die Buchhändlerin hat aber keinen Rückgang an Thrillern bemerkt: „Was die Kunden gerne lesen, hat sich nicht verändert.“ Für den Urlaub und zur Beschäftigung von den Jüngeren empfiehlt ihre Kollegin Christiane Heppner „Elch Tage“ von Malin Klingenberg. „Für Mädels ab elf ist dieses Buch zum Beispiel sehr zu empfehlen. Es geht um ein Abenteuer und das Erwachsen werden. „Wir haben einerseits Elchjäger, andererseits Tierschützer und Johanna mittendrin“, fasst die Expertin zusammen. Mädels und Jungs in dem Alter könnten sich auch die spannende Spionagereihe „City Spies“ von James Ponti anschauen.

In Weilheim steht „Die Alm - Ein Ort für die Seele“ von Martina Fischer bei „Das Buch“ gerade hoch im Kurs. Die Autorin beschreibt eine Idylle in den Bergen und das Zusammenleben mit den Tieren; eine gelungene Abwechslung zu dem Alltagsstress und dem Leben in ständiger Vernetzung. Für die, die es gerne etwas spannender mögen, empfehlen die Buchhändlerinnen aus der Oberen Mühlstraße „Der Donnerstagsmordclub“, von Richard Osman und beschreiben ihn als vergnüglichen witzigen Krimi, den man gut zwischendurch lesen könne. Vier Senioren decken Morde auf. Ein Besuch des Donnerstagsmordclubs lohne, um für einen Moment den Blick auf die Uhr zwischen den Seiten zu verlieren.

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