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In Summe mehr Lärm

Zu den Leserbriefen „Der böse Individualverkehr“ und „,Buskaps‘: nur Nachteile“ vom 11. Mai

Als Anwohner am Ötlinger Ortsausgang Richtung Wendlingen sehe ich, was mit Städtebauförderung gemeint sein könnte. Dass das Geld zur Erhöhung der Lärmbelästigung an der Stuttgarter Straße eingesetzt wird, war mir bisher nicht klar. Die Bauausführung ist völlig misslungen. Vielleicht war ich naiv, weil ich davon überzeugt war, dass das Flickwerk durch einen neuen Deckbelag egalisiert wird, bevor die neuen Markierungen aufgebracht werden. Ich sehe alten Gehweg- oder Straßenbelag und neuen Belag, je nachdem, wo aufgegraben wurde, und ausgefräste Vertiefungen. Das absolute Highlight sind die neuen Markierungen für die Radwegeführung und die Parkbuchten. Die alten Markierungen wurden wieder schwarz gemacht und ziemlich schlampig ausgeführt. Aber die alten Markierungen waren immerhin auf gleichem Höhenniveau wie die Straßendecke. Völlig unverständlich ist, dass die neuen Markierungen direkt auf die Straßendecke aufgebracht wurden. Sie sind jetzt nicht mehr höhengleich zum Straßenbelag. Das führt in der Summe zu mehr Lärm. Man kann die unterschiedlichen Fahrgeräusche beim Wechsel vom alten zum neuen Belag und beim Überfahren der Vertiefungen hören. Interessant ist das Überfahren der neuen unterbrochenen Linien. Es sind Geräusche wie beim Fahrspurwechsel auf der Autobahn.

Dieser Zustand kann doch nicht ernsthaft beabsichtigt gewesen sein, und als Stand der Technik innerorts will ich mir das erst recht nicht vorstellen. Die Absicht war doch, durch die Reduzierung der Geschwindigkeit zur Lärmentlastung beizutragen. Nachbesserung und konzeptionelle Änderung für die kommenden Umgestaltungen sind in dieser Hinsicht dringend notwendig. Eine Straßensanierung muss den heutigen Ansprüchen an Lärmvermeidung genügen. Vor allem, wenn nach 40 Jahren erstmals wieder an der Straße zusammenhängend gearbeitet wird.

Übrigens: Das Geld aus dem Topf der Städtebauförderung ist das Geld des Steuerzahlers.

Herbert Sedlaczek-Kohl, Kirchheim

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