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Industriebrachen bebauen

Zum Leserbrief „Von wegen ,nicht ganz dicht‘“ vom 25. Juli

Dieter Lang beklagt in seinem Leserbrief die Bebauung von gutem Ackerland zwischen Ötlingen und Lindorf. Dem kann ich nur zustimmen. Fast gebetsmühlenartig lesen wir von immer neuen Flächen, die bebaut werden sollen, ein Anfang ist noch nicht mal im ehemaligen EZA-Areal gemacht, obwohl das Gelände seit vielen Jahren brach liegt. Ebenso das Grundstück der ehemaligen Gesenkschmiede westlich vom Lidl, dies ist schon lange ein Schandfleck in Ötlingen.

Viel einfacher ist es, gut gepflegten Ackerboden in Bauland umzuwandeln. Im Gegensatz zur Ötlinger Halde zieht sich ein geologischer Streifen von fruchtbarem Ackerland von den Fildern bis zum Kruichling. Das Mehl umliegender Mühlen ist für unsere Familie eine regionale Nahrungsgrundlage und stützt die Arbeitsplätze vor Ort. Die Zerstörung dieser unwiederbringlichen Ressource wäre ein großer Fehler.

Daher bitte ich den Ötlinger Ortschaftsrat und den Gemeinderat, diese Planungen zu überdenken. Den größtmöglichen Nutzen aus knappem Boden kann ich nachvollziehen. Eine mehrgeschossige Bebauung vom EZA-Areal wäre logisch. Dort sind die Böden mehrfach umgedreht und kaputt, und eine Beschattung durch Hochhäuser würde überwiegend nur den Nanz-Parkplatz betreffen.

Es erschreckt mich, wie unsere lieb gewonnenen ländlichen Strukturen umgewandelt werden in urbane Siedlungen, bei denen Verdichtungsmaßstäbe wie Esslingen zugrunde gelegt werden. Warum muss diesem scheinbaren Siedlungsdruck immer nachgegeben werden? Der indianische Spruch kommt mir in den Sinn: „Erst wenn die letzten Flüsse versiegt und das letzte Korn unserer Äcker gegessen ist, werden wir merken, dass man Geld nicht essen kann“.

Margarethe Schwartz, Kirchheim

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