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Industriegebäude speichern Wärme

Zum Artikel „Wir brauchen weiterhin Ackerfläche“ vom 20. März

Die Aussage von Professor Dr. Küpfer zum Gewerbegebiet Hungerberg „Man kann die gesamte Landschaft hinterher so umweltfreundlich gestalten wie sie vorher war“, bestätigt den Eindruck, dass Gutachten nur dafür erstellt werden, um sämtliche Möglichkeiten, sprich Ausgleichsmaßnahmen, aufzuzeigen, damit Bauprojekte realisiert werden können.

Dass diese Aussage nicht zutrifft, zeigt schon das Beispiel Feldlerche. Wenn der Lebensraum und das Brutgebiet von aktuell zwölf Feldlerchenpaaren überbaut wird, werden diese Vögel vom Hungerberg verschwinden. Vögel lassen sich nicht umsiedeln und Ausgleichsmaßnahmen in Form von Blühflächen sind unseres Erachtens völlig unzureichend.

Im klimatologischen Gutachten wurde untersucht, wie sich der Verlust von Grünfläche auf die Kaltluftproduktion und -speicherung auswirkt. Es wurde keine Aussage über die aufheizende Wirkung der geplanten großflächigen Bebauung getroffen. Industriegebäude, Produktionshallen, Straßen und Parkplätze heizen sich wesentlich schneller und stärker auf als Grünflächen. Außerdem speichern sie die Wärme länger. Es wird also keine kühle, sondern erwärmte und emissionsbelastete Luft in die Stadt getragen. Professor Dr. Küpfer ergänzt seine Aussage „man kann da sehr viel falsch machen, aber man kann es auch richtig machen“. Soll der Hungerberg zum Experiment der Ausgleichsmaßnahmen werden? Diese werden nur zu Bruchteilen den Verlust an Natur ersetzen. Dazu ist der Hungerberg zu wertvoll.

Die geplanten Gewerbegebiete werden kontrovers diskutiert. Viele Bürgerinnen und Bürger fühlen sich übergangen, die Sache scheint politisch gewollt und bereits entschieden. Es sollte im Interesse der Entscheidungsträger liegen, sich zu vergewissern, dass diese enorme Umgestaltung der Landschaft von der Mehrheit der Bevölkerung mitgetragen wird.

Silvia Malter, Nabu-Gruppe Teck

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