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Innerkörperliche Allüren

Zum Artikel „Immer mehr Essens-Hypochonder“ vom 21. Juni

Ernährungswissenschaftler und PR-Experte Uwe Knop nennt wählerischen Lebensmittelkauf hypochondrisch, schreibt unter anderem: „Kein Mensch weiß, was gesunde Ernährung ist.“ Seine Wissenschaft ignoriert die Menschheitsgeschichte. Der Mensch ist aus Materie gehäkelt beziehungsweise aus Erde und Geist gemacht. Aus elementaren Nöten entronnen, scheint er auf unendliche Abwege zu kommen.

Schwamm drüber! Nachdem der eine oder andere Leser Speisefolgen genossen hatte, aufgrund derer nach anhaltenden Niesanfällen mittelfristig Mängel erzeugende Störung der Darmflora auftritt, fragt er sich mit vollem Magen: „War’s der Käse, das Hefeweizen, das nusshaltige Gebäck danach oder der Kaffee?“ Gesucht: der Einzeltäter? Gott schuf den Homo Sapiens vor 200 000 oder mehr Jahren, ließ ihn vor 25 000 Jahren mit meist knurrendem Magen an europäische Höhlenwände Beutebilder malen, nachdem er mit seinen Kumpels wieder vergeblich auf der Jagd gerannt war - sich dann vor der Heuschrecken anbietenden rettenden Mamma blamierend.

Durch Energiehunger verbrennt unser Körper unter anderem Gift, siehe Alkohol. Sich durch Körperbetätigung durchwärmen, das fehlt uns - oder wir machen es zu kontrastreich. Gottes Kreaturen lieferten uns Gene, Zellen, Organellen, Moleküle, Darmflora und so weiter. Die Energiemodule der Zellen, die Mitochondrien, sind als selbstständige Organismen „geraubt“ worden. „Innere Harmonie“? Nein! Was bringt sogenanntes „working out“? Das ­„Pack in uns“ will koordiniert werden. Den Organismus verbinden chemische Energieträgergefälle und Gefälle anderer Stoffe, deren Austausch Verbindungen aufrechterhalten. Moderates Körpertraining synchronisiert unsere Organe, Zellen und so weiter. Ähnliches beweist indirekt die Wissenschaft. Nebenbei: Unpassender Wohlstand zerstört Tierpopulationen.

Karl Dannenhauer Weilheim

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