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Interessante Meinungsvielfalt

Zum Artikel „Maischerze hielten sich in Grenzen“ vom 2. Mai

Zum Gipfelkreuz auf der Limburg, errichtet in der Nacht zum ersten Mai, lässt sich eine lebhafte Diskussion und interessante Meinungsvielfalt feststellen. Beim Durchblättern des Gipfelbüchleins finden sich ganz unterschiedliche und individuelle Beiträge, oft engagiert, zumeist ernst gemeint.

Die Mehrheit der Einträge heißt die Aktion gut gelungen, bringt Freude über das Gipfelkreuz zum Ausdruck und hofft auf dessen Bestehenbleiben. Andere erwähnen das Kreuz nicht gesondert, empfinden es wohl auf dem Berg als ganz normal, und loben insgesamt den schönen Limburggipfel. Dann aber geht es konkret kontrovers zur Sache. Das Bauwerk störe den reinen Naturgenuss, müsse deshalb schnellstmöglich wieder weg. Die persönliche Freiheit am Gipfel sei beeinträchtigt, man wolle doch einfach nur Bürger sein und unbehelligt bleiben. Mehreren Andachtsversen und religiösen Lobpreisungen - einmal auch an Allah gerichtet - stehen Beschwerden entgegen, dass das reaktionäre Symbol hier nichts verloren habe. Schließlich auch noch die Klage eines Menschen, der sich als von Patres missbraucht beschreibt und immer noch traumatisiert auf dieses Schandmal reagiert.

Insgesamt ein bemerkenswerter Querschnitt von spontan niedergeschriebenen Empfindungen und Bewertungen, vielleicht ein spiegelbildlicher Auszug aus der Meinungsvielfalt unserer Gesellschaft? Ausgelöst durch einen sogenannten Maischerz.

Dr. Walter Sigel, Weilheim

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