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Jahrtausendflut?

Zur Berichterstattung über die Flutkatastrophe

Vor 540 Jahren - vom 21. bis 24. Juli 1480 - gab es ein historisches Hochwasser im Oberrheingebiet und an der Aare in der Schweiz, das alle Brücken vernichtete und Basel unter Wasser setzte. Vor 679 Jahren - am 22. Juli 1342 - überflutete das sogenannte „Magdalenenhochwasser“ zahlreiche Flüsse in ganz Mitteleuropa (Moldau, Elbe, Weser, Werra, Rhein, Main, Donau, mittlerer Neckar) mit mindestens 175 Millimeter Niederschlag in drei Tagen. Der Höchstabfluss am Main betrug 3000 bis 3600 Kubikmeter pro Sekunde. Allein in der Donauregion starben 6000 Menschen. Die Masse des erodierten Bodens betrug 13 Milliarden Tonnen, so viel wie in 2000 Jahren davor. Am Rheinabbruch entstanden Tausende von Schluchten von 20 Metern Tiefe (siehe „Schluchtenreißen“). Die Erosion war auch eine Folge der weitgehenden Entwaldung Mitteleuropas. Heute ist es nicht anders, dazu kommen sogenannte „versiegelte Flächen“.

Im Ahrtal war es sicherlich die zweite Flut innerhalb von 679 Jahren mit derart dramatischen Folgen. Unsere Aufgabe ist, den Betroffenen zu helfen, ihren Lebensgrund wieder aufzubauen. Es gibt aber keinen hundertprozentigen technischen Hochwasserschutz, sondern den sozialen Hochwasserschutz, damit meine ich ein gutes Netz der ­Kommunikation (Kirchenglocken?), Achtsamkeit auf den Nächsten, Wachsamkeit und Vorsorge - häusliche und kommunale.

Harald Fränzel, Erkenbrechtsweiler

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