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Jeder Baustein zählt

Zum Artikel „Keine Luftfilter für Weilheimer Schulen“ vom 28. Juli

Zu den Argumenten der Weilheimer Verantwortlichen gegen den Einsatz von Luftfiltern in Schulen:

Erstens: „Luftfilter ersetzen Maskentragen, Lüften und Testen nicht.“ Genau darauf wird in jeder Studie explizit hingewiesen, was keinesfalls gegen den Einsatz dieser Anlagen spricht. Im Gegenteil, Luftfilter sind ein zusätzliches Tool im Werkzeugkasten für mehr Sicherheit.

Zweitens: „In Weiheim besteht kein Handlungsbedarf, da es keine schlecht oder nicht lüftbaren Klassenräume gibt.“ Ergo: wo kein Problem, muss nicht nach einer Lösung gesucht werden, weil in Weilheim sind alle Klassenzimmer „safe“.

Drittens: „Auch beim Einsatz von Luftfiltern im Test schlagen die CO2-Messgeräte nach 20 Minuten an.“ Logisch, die Anlagen filtern nicht CO2 raus, sondern die Viren darin. Steigt der CO2-Gehalt duch viele Personen im Raum, steigt auch die Virenlast. Ohne Luftfilter aber eben deutlich mehr als mit Luftfiltern.

Viertens: „Die Geräte sind zu groß, zu laut, es entsteht ein Luftstrom und die Kinder haben keine freie Sicht mehr.“ In Kirchheim, Bissingen und Neidlingen stehen solche Geräte, in der Nachbarschaft konnte offenbar eine Lösung gefunden werden.

Fünftens: „Es ist zu teuer.“ Durch Schulschließungen, Kinder und Eltern in Quarantäne, Lern- und Entwicklungsverzögerungen durch Schulausfall, Anstieg der Bildungsungleichheit und so weiter werden ebenfalls Kosten verursacht. Vorausschauende Investitionen in Prävention wären hier nachhaltiger als Geld für „gesellschaftliche Reparaturmaßnahmen“ im Nachgang aufzuwenden. Kinder sind im Moment die Schwächsten unserer Gesellschaft, denn die Erwachsenen haben die Möglichkeit, sich zu schützen. Die junge Generation ist unsere Zukunft. Es ist unabdingbar, dass wir uns jetzt, mit allen „Tools“, die zum sicheren Offenhalten von Schulen und Kitas beitragen können, verantwortungsvoll um die Jüngsten kümmern. Jeder Baustein zählt.

Eve Neubold-Sigel, Weilheim

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