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Jesinger stürzen von „Wolke sieben“

Fußball-Bezirksliga Während ein 2:0-Sieg beim 1. FC Donzdorf dem VfL Kirchheim die Tabellenführung sichert, hadert der TSV Jesingen mit Fortuna und der TV Neidlingen mit der Kraft. Von Helge Waider

Himmelhoch jauchzend - zu Tode betrübt. Der TV Neidlingen ist in der Fußball-Bezirksliga innerhalb von vier Tagen von einem Extrem ins nächste gefallen. Hatte die Truppe von Spielertrainer Patrick Kölle am Donnerstag noch den FC Esslingen sensationell mit 4:3 besiegt, stand gestern eine 1:3-Niederlage beim FV Plochingen zu Buche. „Am Ende war der Tank leer“, drückte es TVN-Sprecher Stefan Hummel anschaulich aus und meinte damit die in der Schlussphase fehlende Kraft nach der energieraubenden Partie vom Donnerstag.

Die Neidlinger hatten auch auf dem Pfostenberg stark begonnen, gingen in Führung, versäumten es dann aber die weiteren sich ergebenden Torchancen adäquat zu verwerten. Der Kräfteverschleiss wurde noch deutlicher, als die Plochinger mit Patrick Warth einen einstigen Oberligaspieler einwechselten, der dann auch in der Nachspielzeit den 3:1-Endstand markierte. TVN-Trainer Patrick Kölle: „Nach dem Ausgleich zeichnete sich die Niederlage für mich langsam ab.“ Doch es gab auch positive Nachrichten auf Neidlinger Seite. Erstmals nach drei Jahren konnte Felix Mezger (34) nach seiner langwierigen Sprunggelenkverletzung zumindest für zehn Minuten wieder mitwirken.

Tore sind ein Gesamtprodukt

Während das eine Donzdorfer Team (TürkSV Jugendclub) mit einem Remis haderte (siehe Info-Kasten), traf es den anderen Club der Lauterstadt noch empfindlicher. Der 1. FC unterlag dem VfL Kirchheim 0:2 - ein Ergebnis, welches feststand, als VfL-Abteilungsleiter Marc Butenuth sich noch auf dem geschäftlichen Weg nach Kanada über den Wolken befand. Die Truppe von Coach Armin Ohran ließ sich dann auch von einem fragwürdigen Strafstoß nicht beirren, den VfL-Keeper Nico Nagel parierte. „In der Situation hatten wir etwas Glück. Da kann ein Spiel schon mal kippen“, bemerkte der Kirchheimer Trainer nach der Partie. Für den VfL erfolgreich war erneut Max Pradler, der zweimal goldrichtig stand und die Treffer markierte. „Sein Schuss beim 1:0 war abgefälscht, aber das 2:0 hat er schön gemacht“, klärte Armin Ohran auf. Überhaupt ist der Übungsleiter sehr zufrieden mit dem Neuzugang: „Sein Verhältnis von Chancen zu Treffern passt gut.“ Wobei der Coach aber weiß, dass auch die anderen Spieler viel investieren müssen, um solche Situationen zu schaffen: „Am Ende ist ein Tor und auch ein Sieg ein Gesamtprodukt.“

Jesingen im Pech

Die „Wolke Sieben“, auf der der TSV Jesingen nach der 8:1-Gala am Donnerstag gegen den 1. FC Rechberghausen geschwebt hatte, zerplatzte gestern sprichwörtlich an der Albkante. Die SGEH fuhr einen glücklichen Sieg gegen die „Gerstenklopfer“ ein, die in der ersten Halbzeit zwar überlegen agiert hatten, ihre Chancen aber nicht nutzen konnten. Die besten Möglichkeiten hatten Oliver Horak (neben das Tor) und Arber Gacaferi, der nur den Pfosten traf. „Zu diesem Zeitpunkt hatten wir Glück, dass es noch 0:0 stand“, bestätigte SGEH-Sprecher Florian Lenuzza. Stefan Haußmann, Sportlicher Leiter bei den Jesingern, sah es ähnlich: „Wir hätten locker 2:0 oder 3:0 führen müssen.“

Tatsächlich stand aber nach einer Stunde nur ein 1:0 durch Gacaferi. Die Platzherren hatten nach dem Seitenwechsel von einer Dreier- auf eine Vierer-Abwehrreihe umgestellt und nun einen besseren Zugriff auf die Jesinger Angreifer. Am Schluss stand aber ein schmeichelhafter SGEH-Sieg und ein enttäuschter TSV-Trainer Dieter Hiller, der seine alte Wirkungsstätte an der Albkante ohne Zählbares verlassen musste: „Es tut mir leid für die Jungs, die sich für den betriebenen Aufwand nicht selbst belohnt haben“, so Hiller.

Pechvogel des Spiels im Hardtwaldstadion war SGEH-Akteur Benjamin Kastl, der kurz vor der Pause mit Verdacht auf Schienbeinbruch ins Krankenhaus gebracht werden musste.

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