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Kampagne gegen Elektromobilität

Zum Artikel „Leiden für das Elektroauto“ vom 25. November

Schimpfen auf die bösen Elektroautos ist derzeit sehr „in“.

Kobalt- und Lithiumgewinnung ist umweltschädlich - seit Jahrzehnten. Solange man das Material nur in der Stahl-, Glas- und Keramikindustrie - über die Hälfte -, für Katalysatoren, Futtermittel, Reifen und in Batterien und Akkus für Smartphones, Computer oder Akkuwerkzeug brauchte, krähte kein Hahn danach. Von den 42 Prozent der weltweiten Kobaltproduktion, die für Batterien und Akkus verwendet werden, stecken weniger als fünf Prozent in Elektroautobatterien. Die Tendenz steigt - aber es wird auch an effizienteren Batterien geforscht. Vom Lithium landen sogar nur 27 Prozent in Batterien und Akkus, der Löwenanteil in Elektro- oder Haushaltsgeräten und in Akkuwerkzeug.

Die meisten Minen werden von internationalen Konzernen betrieben. Deren Arbeitsbedingungen sind nicht wie in Deutschland, aber so fürchterlich, wie sie gerne in reißerischen Berichten dargestellt werden, sind sie nur in einem Bruchteil der Bergwerke. Das Bild im Teckboten zeigt äußerst ineffizientes Arbeiten - kein Weltkonzern macht so was. Würden sich die Kritiker der Elektromobilität wirklich für die Menschen interessieren, die unter der Kobalt- und Lithiumproduktion leiden, dann würden sie sich für bessere Arbeitsbedingungen und Umweltstandards in den Produktionsländern einsetzen. Die derzeitige Debatte deutet eher auf vorgeschobene Argumente hin, um eine Bedrohung für eine deutsche Schlüsselindustrie niederzumachen.

Aber selbst „Auto Motor und Sport“ schreibt am 19. Juli in einem Artikel zur Umweltbilanz, es sei „dreist bis dümmlich, das dem E-Auto anzulasten [. . .]. Auch das Elektroauto ist nicht umweltfreundlich - aber es ist weniger schädlich als Autos mit Verbrennungsmotoren.“

Heike Kurtz, Kirchheim

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