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Kampf gegen Plastikmüll

Zum Artikel „Plastikmüll: Bundesrat für strengere Regeln“ vom 22. September

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In jedem Jahr werden weltweit rund 288 Millionen Tonnen Plastik produziert. Die Plastikmüllberge wachsen. Bis zu 13 Millionen Tonnen Plastikabfälle gelangen jährlich ins Meer. Nach Angaben des Umweltprogramms der UN treiben inzwischen auf jedem Quadratkilometer Meeresoberfläche bis zu 18 000 Plastikteile unterschiedlichster Größe. Doch was wir sehen, ist nur die Spitze des Eisbergs. Mehr als 70 Prozent der Abfälle sinken auf den Meeresboden. Experten warnen: Wenn die Welt so weitermacht wie bisher, wird es im Jahr 2050 mehr Plastik in den Meeren geben als Fisch.

Beim G7-Gipfel der Regierungschefs im Juni 2018 in Kanada hatten sich fünf der sieben Mitgliedsländer einem Abkommen gegen Plastikmüll angeschlossen. Die USA und Japan sind nicht dabei. Mehrere Großkonzerne - unter anderem der Konsumgüter-Multi Unilever - haben sich kürzlich (freiwillig) verpflichtet, die G7-Charta zum Kampf gegen die Vermüllung der Meere zu unterstützen. Statt Einwegprodukten soll Recycling im Vordergrund stehen.

Zu hoffen ist, dass die Konzerne den freiwilligen Absichtserklärungen auch sichtbare Taten folgen lassen und nicht nur „Greenwashing“ betreiben. Zweifel sind angebracht. Die Journalistin Kathrin Hartmann hat in ihrem Buch „Die grüne Lüge“ beschrieben, dass Unilever am meisten Palmöl von allen Konsumgüterkonzernen der Welt vermarktet: 2,6 Prozent der globalen Ernte. Indonesien hat durch Abholzung und Brände seit 1990 etwa 310 000 Quadratkilometer Regenwald verloren - die Hälfte davon ist jetzt mit Palmölplantagen bedeckt. Unilever hatte 2004 zusammen mit der Palmölindustrie und dem WWF den „Runden Tisch für nachhaltiges Palmöl“ gegründet. Nach Hartmanns Recherchen verfolgt er lediglich das Ziel, die Profite der 1 561 Vollmitglieder aus aller Welt zu schützen und „grünzuwaschen“.

Hans Dörr, Notzingen