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Karies: Wie kann ich vorbeugen?

Zähneputzen mit System

Vor dem Zahnarztbesuch noch rasch die Zähne geputzt und dann das: Die Testtabletten färben neue Plaque in rosa ein. Foto: proDente e.V./Johann Peter Kierzkowski

proDente. Sorgfältige Mundhygiene kann Zahnbelag verhindern. Fluoride und eine zahngesunde Ernährung senken das Risiko für Karies zusätzlich. Eine professionelle Zahnreinigung (PZR) in der Zahnarztpraxis entfernt auch Zahnbelag und Verfärbungen, die die Pflege zu Hause nicht erreicht.

Karies vorbeugen mit sauberen Zähnen: Am besten morgens und abends Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta. Je nach Situation im Mund ist die Putzdauer individuell unterschiedlich. Sie sollte jedoch jeweils mindestens zwei Minuten betragen. Für eine gründliche Reinigung sind sowohl Handzahnbürsten als auch elektrische Zahnbürsten geeignet.

Zähneputzen mit System

Wichtig ist, die Zähne mit System zu putzen. Das stellt sicher, dass alle Zahnflächen ausreichend gereinigt sind. Kinder erlernen eine Systematik am besten mit der KAI-Systematik. Dabei wird beim Zähneputzen mit den Kauflächen begonnen, es folgen die Außenseiten der Zähne und schließlich die Innenseiten. Auf den Außen- und Innenseiten die Zahnbürste mit fegenden Bewegungen vom Zahnfleisch zum Zahn führen. Im Erwachsenenalter führt eine individuell angepasste und kontrollierte Mundhygiene zum Erfolg. Bei elektrischen Zahnbürsten die Anwendungshinweise des Herstellers für den jeweiligen Zahnbürstentyp beachten.

Auch Zahnzwischenräume reinigen

Zahnbürsten erreichen nur etwa 70 Prozent der Zahnoberfläche. Insbesondere die Zahnzwischenräume können sie nicht reinigen. Bei der Mundhygiene sollten daher Zahnzwischenraumbürsten, Sticks oder Zahnseide einmal täglich zum Einsatz kommen. Das dient der Vorbeugung von Karies aber auch von Parodontitis, einer Entzündung des zahntragenden Gewebes. Zahnzwischenraumbürsten oder Sticks ist vor allem mit zunehmendem Lebensalter der Vorzug zu geben. Sind die Zahnzwischenräume insbesondere bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen sehr eng, ist Zahnseide eine Alternative.

Mit Fluoriden Karies vorbeugen

Fluoride stärken den Zahnschmelz und schützen ihn so vor einem Mineralverlust. Sie fördern zudem das Einlagern von Mineralstoffen aus dem Speichel in einen bereits durch Karies oder saure Speisen und Getränken demineralisierten Zahn. Sie tragen also zur Remineralisierung des Zahnschmelzes und damit zur Reparatur von mikroskopisch kleinen Defekten bei einer beginnenden Karies bei. Fluoride beugen somit Karies vor. Das ist das Ergebnis aus über 300.000 wissenschaftlichen Studien. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass bei korrekter Anwendung von Fluoriden die Gesundheit gefährdet ist. Wichtig ist, die richtige Menge der fluoridhaltigen Zahnpasta auszuwählen. Je nach Alter gibt es unterschiedliche Empfehlungen für Kinder und Erwachsene. Zusätzlich zu empfehlen ist es, im Haushalt fluoridiertes Speisesalz zu verwenden. Bei Patienten mit einem erhöhten Karies-Risiko kann zudem die Anwendung von Fluoridlacken oder Fluoridgelen angezeigt sein. Die Zahnärztin oder der Zahnarzt berät hierzu gerne individuell.

Kariesprophylaxe: Zahngesund Essen und Trinken

Essen und Trinken kann mit dem richtigen Speiseplan helfen, Zähne und Mund gesund zu halten. Grundsätzlich gilt: weniger Zucker gleich weniger Karies. „In einer Studie konnten wir als Ursache nachweisen, dass zuckerreiche Nahrung das Wachstum von Karies-Bakterien begünstigt“, erläutert Prof. Dr. Elmar Hellwig, Klinik für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie des Universitätsklinikums Freiburg. Zucker dient Karies-Bakterien als Nahrung. Sie wandeln ihn in Säuren um, die dem Zahnschmelz Mineralien entziehen. Langfristig kann Karies entstehen. Die tägliche Zufuhr an Zucker aus Lebensmitteln sollte möglichst geringgehalten werden. Dazu zählt nicht nur Zucker aus süßem Essen, sondern auch aus vielen Getränken wie beispielsweise Softdrinks. Auch herzhafte Speisen können versteckten Zucker enthalten. Ein Blick auf die Nährwerttabelle gibt Auskunft über den Gesamtzuckergehalt eines Lebensmittels. Ein zuckerfreies Kaugummi nach dem Essen regt den Speichelfluss an und kann zur Karies-Prophylaxe beitragen. „Um Karies entgegenzuwirken, sollten lieber Milch, Naturjoghurt und Gemüse häufig auf dem Speiseplan stehen“, so Hellwig. Idealer Durstlöscher ist zudem Wasser. Ausreichend Trinken unterstützt ebenfalls die Speichelbildung zum Schutz vor Karies.

Kontrollen und PZR in der Zahnarztpraxis

Zweimal jährlich sollten Zahnärztin oder Zahnarzt die Mundgesundheit kontrollieren. Das hilft, Krankheiten wie beispielsweise Karies früh zu erkennen. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt dabei einmal jährlich die Kosten für die Entfernung von Zahnstein. Das ist mineralisierter Zahnbelag, der mit der täglichen Mundhygiene zu Hause nicht entfernt werden kann. Zahnstein entsteht nach wenigen Tagen durch Einlagerung von Mineralien aus dem Speichel in den Zahnbelag. Zahnstein, bakterielle Zahnbeläge aber auch Verfärbungen kann die Zahnärztin oder der Zahnarzt bzw. eine speziell fortgebildete Mitarbeiterin oder ein fortgebildeter Mitarbeiter mit einer professionellen Zahnreinigung (PZR) entfernen. Die Fluoridierung der Zähne und Tipps für die optimale Mundhygiene zu Hause sind weitere Teile der PZR. Sie hilft, Karies aber auch einer Parodontitis vorzubeugen.

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