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Kein Herz für Secondhand

Zum Artikel „Hier war unser zweites Wohnzimmer“ vom 14.  November

Jetzt hat das „Sparschwein“ am 23. Dezember endgültig geschlossen. Als meine Kinder noch klein waren, habe ich viele Jahre dort Kindersachen gekauft und auch für mich oft ein tolles Schnäppchen gefunden. Als ich von der Schließung im Teckboten im Herbst las, kam mir die Idee, selbst einen Secondhand-Laden für gebrauchte Kleidung zu eröffnen. Ich verfolgte die Idee konkreter und fand eine interessierte Mitstreiterin.

Wir gingen dann im November auf die Stadt zu und fragten um Unterstützung an für ein Ladenlokal, in dem die Miete bezahlbar wäre. Mittlerweile gibt es ja einige Städte, die ganz bewusst den Secondhand-Läden sehr günstigen Ladenraum zur Verfügung stellen oder diese unterstützen. Leider erhielten wir bis heute keine Antwort auf unsere Nachfrage. Auch eine Bank, die uns sehr gute Ratschläge gab und unser Anliegen für einen Kredit prüfte, winkte dann aber ab: zu wenig rentabel. Allein die Miete reinzuarbeiten, sei schwierig. Schade!

Der Kauf von gebrauchter Kleidung ist angesichts der Klimakrise sehr aktuell, und zunehmend mehr Menschen kaufen dort ein, um Ressourcen und die eigene Geldbörse zu schonen. Hinzu kommt, dass Secondhand-Läden in Städten das soziale Ungleichgewicht verringern. Für Menschen mit geringem Einkommen ist es eine tolle Möglichkeit, würdevoll einzukaufen. Denn in diesen Läden mischt sich die Kundschaft mittlerweile, denn Secondhand ist hipp und angesagt.

Vielleicht hat ja der neue Oberbürgermeister - wenn er denn im Amt ist - ein Herz für unser Anliegen und wird dies beantworten.

Verena Keller und Lene Obele, Kirchheim

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