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Kein Schutz vor Hochwasser

Zum Artikel „Ein ,Retentionsloch‘ am Mörike-Campus soll Ötlingen vor Hochwasser bewahren“

Diese reißerische Überschrift gaukelt den schon mehrmals überschwemmten Anwohnern des am schlimmsten betroffenen Steingrubenwegs, der Stuttgarter Straße und teilweise des Wendlinger Wegs vor, dass durch dieses Bauwerk Ötlingen vor Hochwasser geschützt wird, dies jetzt als Hochwasserschutz zu verkaufen, ist schon mutig. Die Entwässerung der Eduard-Mörike-Schule und -Halle erfolgt schon immer in den Dupiggraben und nun kommt noch das Sportplatzgelände dazu.

So wie uns vom Landratsamt und der Verwaltung auf Nachfrage letztes Jahr mitgeteilt wurde, soll das Wasser gedrosselt beziehungsweise gepuffert in den Dupiggraben ablaufen. Es ist richtig, dass das Regenwasser jetzt gesammelt wird, aber wie ein Mitarbeiter der Verwaltung auf Nachfrage bestätigte: Sollte das Bauwerk voll sein, läuft das Wasser unkontrolliert in den Graben. Das heißt: Wir werden dann auf einen Satz noch mehr überschwemmt.

Von dort kommt bei Starkregen auch Wasser, aber nie in dem Ausmaß wie auf der anderen Seite des Grabens von Lindorf her mit dem großen Wohngebiet Rote Morgen, den zwei Rückhaltebecken und dem gesamten Einzugsgebiet des Dupiggrabens. Diese Summe hätte man für den Weiterbau der Reicherter-Trasse verwenden können, für die seit 1973 kein Geld da ist. Da wäre es besser angelegt gewesen.

Vor allem die Aussage von Andreas Volz, dass der Graben vor allem dazu dient, große Mengen an Regenwasser aufzunehmen, erstaunt uns sehr. Vielleicht sollte er vorher mal recherchieren, dass der Graben ursprünglich nur zur Entwässerung des Oberflächenwassers der Wiesen und Äcker da ist. Er wird von der Verwaltung schon immer zweckentfremdet, um Niederschläge, für deren Entsorgung die Kommunen zuständig sind, dort abzuleiten. Einem Handbuch zum Thema „Starkregen und Sturzfluten“ ist zu entnehmen, dass es nicht zulässig ist, dass Kommunen Gemeinden oberhalb Wasser wegnehmen und die darunter wohnenden Anlieger dadurch überschwemmt werden. Nichts anderes macht die Stadt Kirchheim.

Familien Ullmann und Pavlidis, Kirchheim

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