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Kein Verkauf des Wachthauses

Zum Artikel „Fraktionen diskutieren über die Stadt als ,Wirtschaftsförderin‘“ und den Kommentar „Erbe verpflichtet“ vom 31. Oktober

„Es ist befremdlich, dass die Sanierung des Wachthauses - eines historischen, städtischen Gebäudes an einem zentralen stadtbildprägenden Ort - auf das „Eigentum an einem Gastronomiebetrieb“ reduziert wird. Die Erhaltung von Fachwerk hat bekanntlich für die Bürgerinnen und Bürger in Kirchheim einen sehr hohen Stellenwert. Als Teil unseres Stadtbilds vermittelt es Identität und Heimat. Selbstverständlich ist die Erhaltung der historischen Substanz als Teil des historischen und kulturellen Erbes in der Fachwerkstadt Kirchheim ein wichtiger Bestandteil der öffentlichen Aufgaben. Nicht umsonst gibt es eine entsprechende Gesamtanlagensatzung. Wie Andreas Volz zu Recht anmerkt, hat dies aber auch positive Auswirkungen auf die Wirtschaft in Kirchheim und ist damit durchaus relevant für das „Funktionieren einer Stadt“.

Die Frage ist deswegen allenfalls, auf welchem Weg die Erhaltung dieses Stadtbildes am besten bewerkstelligt werden kann. Natürlich kann die Stadt Kirchheim nicht alle Fachwerkhäuser der Innenstadt mit öffentlichen Mitteln selbst erhalten. Sich aber trotz voller Kassen bei einem eigenen Gebäude wie dem Wachthaus gänzlich aus der Verantwortung zu nehmen, indem man die Aufgabe an einen privaten Investor weiterreicht, ist kein gutes Vorbild.

Wer den Nachfolgebau des Waldhorns sieht, muss zu dem Schluss kommen, dass der Schutz für die historische Substanz des Wachthauses gar nicht hoch genug sein kann. Und am besten kann diesen Schutz die Stadt gewährleisten, wenn sie selbst Eigentümerin bleibt. Deswegen sollte ein Verkauf ganz schnell von der Tagesordnung genommen werden.

Philipp Reuff, Kirchheim

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