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Keine Ausreden mehr

Genau 60 000 Bäume müssten gepflanzt werden, um die ­Emissionen eines einzigen Spieltags der ­Fußball-Bundesliga mit neun Partien klimatechnisch zu kompensieren - umgerechnet entspricht das circa 7753 ­Tonnen CO2. Berücksichtigt werden in dieser Rechnung der Hin- und Rückweg der Fans sowie der Konsum im Stadion mit dem d­amit verbundenen Müll - eine erschreckende Bilanz. Daher ist es auch richtig, dass das ­Thema Nachhaltigkeit im Sport eine ­immer größere Rolle spielt.

Zumal vielen Menschen beim eigenen Stadionbesuch bereits gedämmert haben dürfte: Aus ökologischen ­Gesichtspunkten sind Sportveranstaltungen ­alles andere als vorbildlich. Vom Mobilitätskonzept und den Imbiss­buden über Merchandising-­Produkte mit Kunststoff-Verpackungen bis hin zu Verbrauchsmaterialien wie Plastikbecher - es entstehen riesige Mengen an Müll, der keinerlei oder nur ­wenig Weiterverwendung bietet.

Sich den Klimaschutz auf die Fahne zu schreiben, ist deshalb längst keine Frage der Bereitschaft mehr, sondern zwingend notwendig. Zumal die Lösungen nahe liegen: die Zusammenarbeit mit einem regionalen Catering-Anbieter, der Verzicht auf gedruckte Tickets oder Plastik. Und selbst wenn im schlimms­ten Fall keine kurzfris­tige Umsetzung möglich sein sollte, gibt es immerhin die Option, als „Ausgleich“ für den ökologischen Fußabdruck, CO2-Zer­tifikate zu kaufen.

Für Amateurvereine sind all diese Beispiele natürlich keines­wegs greifbar. Gerade in Corona-­Zeiten, in der die kleinen Klubs sowieso schon ums Überleben kämpfen müssen, werden wohl kaum Überlegungen in eine nachhaltigere Spieltagsgestaltung fließen. Das ist aber auch - vorerst - gar nicht nötig, denn jetzt sind erst einmal die „Big Player“ gefragt, die Anforderungen anzunehmen und vor allem langfristig umzusetzen. Gelingt dies, könnte die eine oder andere „leicht“ umsetzbare Maßnahme eines Tages womöglich durchaus auch im Amateursport Anwendung finden. Wie das auf unterschiedlichsten Ebenen funktionieren kann, stellen die Basketballer der Kirchheim Knights bereits vorbildlich unter Beweis.

Bis sich eine noch breitere Basis dieses Themas annimmt, gilt es, zumindest das Bewusstsein jedes Einzelnen zu schärfen. Denn Nachhaltigkeit und ­Erlebnisorientierung sind auch im Amateurbereich durchaus mit­einander zu vereinen.

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