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Keinen Raum in der Herberge?

Zum Artikel „Dort wird keine Wohnung leer bleiben“ vom 11.  Dezember

„Die Kirchheimer CDU will keine bleibenden Bauten für die Anschlussunterbringung mittragen“ - klingt das nicht nach „. . . denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge . . .“? Das Statement der christlich demokratischen Union weckt Erinnerungen an die Weihnachtsgeschichte.

Fremde, die keine Unterkunft finden, gibt es schon seit Maria und Josef in unterschiedlichen Varianten. Letzte Woche zeigte mir ein junger Afrikaner den Brief vom Landratsamt mit der Aufforderung, eine Wohnung zu suchen. Nach zwei Jahren endet die Erstunterbringung in der staatlichen Gemeinschaftsunterkunft. Was im Brief steht, kann ich ihm erklären, aber wie findet er hier eine bezahlbare Wohnung? Jungs in seinem Alter wohnen bei den Eltern oder vielleicht in einer WG.

Wer sich zur Weihnachtszeit eine Krippe und den Stall von Bethlehem ins Wohnzimmer stellt, sollte sich mal Gedanken darüber machen, wie „die Fremden“ heute unterkommen sollen. Die Anschlussunterbringung und deren Umsetzung in Frage zu stellen bewirkt die Verknappung von Wohnraum im unteren Preissegment. Der Mietpreis wird weiter steigen. Hohe Mieten in Kombination mit Einkommen auf Mindestlohnniveau, niedrigen Renten oder Ausbildungsvergütungen decken nicht den Existenzbedarf der Leute mit dem kleinen Geldbeutel, egal ob das nun Eingeborene oder Fremde sind.

Markus Schleeh, Kirchheim

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