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Kfz-Steuer auf Kraftstoff umlegen

Zum Artikel „Autohersteller sind entsetzt“ vom 19. Dezember

Jedes Gramm weniger CO2 ist ganz ohne Zweifel wichtig. Jedoch ist weder Jammern auf der einen noch Jubeln auf der anderen Seite angesagt. Für die Summe der CO2-Emissionen bringt ein höherer Anteil an batterieelektrischen Fahrzeugen durch den in Deutschland herrschenden Mix bei der Stromerzeugung nichts. Batterieelektrik bleibt etwas für die Kurzstrecke. Die Ladezeiten bleiben schlicht zu lang, selbst wenn die Infrastruktur mithalten würde. Leichte Fahrzeuge lassen sich schon aufgrund des Batteriegewichtes nicht realisieren. Der Automobilkunde will das überwiegend so auch nicht. Der Diesel wurde politisch totgequatscht, obwohl technisch nachweislich auch mit sehr geringen Stickoxid-Werten im Realbetrieb möglich und mit erfreulich geringen CO2-Werten. So ein Auto würde der Kunde wollen, wenn die Politik endlich für Rechtssicherheit sorgen würde und sich nicht von einem selbst finanzierten Abmahnverein vorführen ließe.

Ich bin sehr für eine Reduzierung der Kohlenstoffdioxidemissionen, aber bitte mit wirklich wirksamen Maßnahmen, nicht nur in der Automobilindustrie. Alternative Kraftstoffe und die Brennstoffzellentechnik gehören endlich in den Fokus gerückt und stärker gefördert. Insbesondere der Ausbau der hierfür notwendigen Infrastruktur muss ganz oben auf die Agenda. Weitere Entwicklungen vorsorglich mit dem Hinweis „. . . das entscheidet sich in China und den USA“ abzuwürgen, ist sträflich. Wir haben die Innovationskraft, das Thema nachhaltig anzugehen, solange nicht jeder in eine andere Richtung rennt.

Zum Nachdenken: Vereinfacht ausgedrückt hängt der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid linear vom Kraftstoffverbrauch ab. Da könnte man die Kfz-Steuer einfach auf den Kraftstoff umlegen, statt von einer, sicherlich zusätzlichen, CO2-Steuer zu fantasieren.

Bodo Lorenz, Schlierbach

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