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Kindlich-naiv - auch Politiker

Zum Kommentar „Anecken erwünscht“ vom 16. März

Ellen Hasenkamp schreibt, es sei gut, wenn die jungen Klimademonstranten aneckten, es würde schließlich über die „Fridays for Future“ in der Öffentlichkeit gestritten. So weit, so richtig. Vielleicht sollten sich die vielen Schülerdemonstranten aber auch darüber klar werden, was die Umsetzung ihrer lauten Forderungen für sie persönlich bedeuten könnte.

Nämlich vielleicht der Verzicht auf das Smartphone oder die Kürzung des Taschengeldes wegen weiter steigender Strompreise. Vielleicht auch der Verlust des Arbeitsplatzes eines Elternteils. Ich wage doch ernsthaft zu bezweifeln, dass die unschönen Nebenfolgen dieses „Jetzt und Sofort“ auch gesehen werden. Die Forderung, Kohlekraftwerke doch noch früher abzuschalten, mag schön klingen, sie ist jedoch naiv - „kindlich-naiv“ könnte man sagen.

Ebenso kindlich-naiv scheint mir die Reaktion vieler politisch Aktiven - auch in der Medienwelt, die da bejubeln, dass die Jugend eben doch politisch sei (und Schule schwänzt) und sogleich die Forderung nachschieben, schon ab dem Alter von 16 Jahren wählen zu dürfen.

Ich muss wirklich den Kopf schütteln über die Infantilität einiger Teile der Gesellschaft. Und ganz deutlich: Meinen Kindern würde und werde ich die Teilnahme an Demonstrationen während der Schulzeit verbieten.

Jens Glaßer, Kirchheim

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