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Kira Böhm lässt in Weißenfels aufhorchen

Mountainbike Beim zweiten Bundesligalauf vor den Toren Leipzigs fährt die 18-jährige Weilheimerin vom SV Reudern auf den zweiten Platz der U23. Von Armin Küstenbrück

Im Schatten des Weißenfelser Bismarck-Turms hat Kira Böhm überzeugt. Foto: Armin Küstenbrück
Im Schatten des Weißenfelser Bismarck-Turms hat Kira Böhm überzeugt. Foto: Armin Küstenbrück

Das kleine Städtchen Weißenfels vor den Toren Leipzigs war am vergangenen Wochenende Austragungsort des zweiten, in der Spitze eher schwach besetzten Laufs zur Mountainbike-Bundesliga. Für Kira Böhm vom SV Reudern allerdings war das Rennen rund um den Bismarck-Turm mit seinen vielen kurzen, aber teils steilen Anstiegen und Abfahrten ein gutes Pflaster: Im ersten U23-Jahr holte sich die 18-jährige Schülerin aus Weilheim den zweiten Platz im international ausgeschrieben Rennen in Sachsen-Anhalt hinter der mit 21 Jahren ebenfalls noch sehr jungen Emma Blömeke aus Haltern.

Obwohl das fünf Runden umfassende Rennen nur über 60 Minuten ausgeschrieben war, ließ der griechische Chefkommissär 1.25,15 Stunden fahren, Böhm hatte gut zwei Minuten Rückstand auf Blömeke. „Ich habe von Anfang an gemerkt, dass ich heute gute Beine habe“, strahlte Böhm im Ziel. Dabei kämpfte sie wie auch ihre Konkurrentinnen gegen die schwüle Hitze, die bleischwer auf dem kleinen Wäldchen am Stadtrand von Weißenfels lastete: „In der vierten Runde habe ich Krämpfe bekommen - das hatte ich noch nie“, zeigte sich Böhm überrascht. Doch während sie ihre Probleme in Schach halten konnte, kippte die bis 200 Meter vor dem Ziel souverän Führende Lina Dorscht mit einem Kreislaufzusammenbruch vom Rad und musste vom Sanitätsdienst betreut werden.

„Ich war im Ziel richtig, richtig fertig“, berichtete Böhm später und man hörte ihr dabei die Erleichterung über das glücklich überstandene Rennen deutlich an. Der zweite Platz bedeutete für sie auch das erste Preisgeld bei einem internationalen Rennen in der Elite-Klasse: „Für die 150 Euro werde ich mir ein schönes Kleid kaufen.“

Jetzt geht es für die Schülerin aber erst mal in die Rennpause und die Ferien. „Ich werde die Siegerin zu Hause besuchen und mit ihr mal entspannt Rad fahren gehen“, beschreibt Böhm ihr Ferienprogramm. Schließlich sind in den nächsten Wochen kaum größere Rennen. „Mein nächstes großes Ziel ist der Weltcup auf der Lenzerheide Anfang September.“

Die Top-Fahrer aus der Region, Pirmin Sigel, Luca Schwarzbauer und Manuel Fumic, waren in Weißenfels, wo das erste Bundesliga-Rennen im Osten Deutschlands seit über 16 Jahren stattfand, nicht am Start. Der Sieg bei den Männern ging an Niklas Schehl aus Freiburg.

Dafür waren die Sportler des SV Reudern fast in ­Vereinsstärke die knapp 500 Kilometer nach Weißenfels gefahren, um dort vor allem an der parallel stattfindenden Nachwuchssichtungsserie (NWS) des Bundes Deutscher Radfahrer teilzunehmen. Als ­bes­ter Vertreter des SV Reudern konnte Leo Pangerl aus Bissingen in der Altersklasse U15 zwar nicht ganz an die Erfolge beim ers­ten Lauf in Hausach anknüpfen, als er nach dem Slalom und dem Cross-Country-Rennen Gesamtführender gewesen war. In Weißenfels erreichte Pangerl den fünften Platz.

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