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Kohlberg kann jetzt wieder durchatmen

Corona Die von der Pandemie stark betroffene kleine Gemeinde am Jusi hat seit einem Monat keine Infizierten mehr.

Kohlberg. In der gerade 2300 Einwohner zählenden Gemeinde unter dem Jusi hatte die Corona-Pandemie zu Beginn schlimm zugeschlagen. Als noch im Landkreis Esslingen insgesamt 23 Tote zu beklagen waren, kamen allein vier davon aus Kohlberg, und auch bei den Infizierten lag man überproportional weit vorne.

Jetzt konnte Kohlbergs Bürgermeister Rainer Taigel in der Gemeinderatssitzung in der Jusihalle die erfreuliche Nachricht bezüglich Infektionen mit Covid-19 verkünden, dass „es seit einem Monat keine Quarantänen und auch keine bestehenden Fälle mehr in Kohlberg gibt“.

Er forderte allerdings dazu auf, weiterhin „achtsam und vorsichtig zu sein“ und die Hygiene- und Abstandsregeln zu beachten.

Noch lang keine Normalität

Taigel sprach von einem „regulären Betrieb unter Coronabedingungen“, insbesondere hinsichtlich der Kindergärten und der Grundschule am Jusi, denn es gäbe trotz aller Lockerungen weiterhin corona-bedingte Einschränkungen wie das rollierende System, in dem inzwischen zwar alle Kinder betreut werden können, aber eben nicht gleichzeitig, sondern im wöchentlichen Wechsel. Viele Vereine stünden noch im Standby, machte er bewusst und dass man von Normalität noch nicht sprechen könne.

Damit im Zusammenhang stand auch der Tagesordnungspunkt „Elternbeiträge Kinderbetreuung in der Corona-Krise“. Die Beiträge für die Monate April und Mai wurden bisher auf Empfehlung der Spitzenverbände ausgesetzt und somit nicht eingezogen. Diese nicht eingezogenen Elternbeiträge werden, wie in anderen Gemeinden auch, auf einstimmigen Beschluss des Gemeinderats erlassen. Grundsätzlich müssten sie zwar gezahlt werden, so Taigel, aber es gab allgemein die Erwartungshaltung, die Beiträge für die beiden Monate zu erlassen. Taigel betonte, dass die Kosten weiterlaufen und die Umsetzungen der Coronabedingungen Mehrarbeit bedeuten, auch wenn die regulären Leistungen nicht erbracht werden konnten.

Es gab Elternanfragen für anteilige Rückzahlungen ab März, aber bisher seien bei einer Umfrage in anderen Gemeinden diesbezüglich nirgends Überlegungen angestellt worden, sagte Taigel. Er wies darauf hin, dass dabei auch zu berücksichtigen sei, dass im geplanten Konjunkturpaket die Eltern einen Kinderzuschuss von 300 Euro pro Kind erhalten sollen.

Für Notbetreuungen und die Betreuung im rollierenden System werden tageweise Elternbeiträge von einem Zwanzigstel der normalen Gebühren erhoben. Taigel dankte in diesem Zusammenhang allen Beteiligten für ihr Engagement in Zeiten der Mehrbelastung.pm

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