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Kommentar: Indiskutabler Anfahrtsweg

Ganz klar: Wenn Schulen und Kindergärten von einem Caterer beliefert werden, kommt das Essen eben nicht direkt aus dem Kochtopf auf die Teller. Dennoch gibt es gewisse Standards, die eingehalten werden müssen. So haben das Bundesministerium für Ernährung und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung Leitlinien für die Schulverpflegung herausgegeben. Darin ist beispielsweise festgelegt, dass die Speisen maximal drei Stunden warm gehalten werden dürfen. Bereits vorher kommt es zu Vitaminverlust und Geschmackseinbußen.

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Der Caterer, der die Kirchheimer Schulen beliefert, wirbt damit, dass seine Speisen auf der Fahrt nicht warm gehalten, sondern fertiggegart werden. Das mag ja sein. Auch die sich anschließende Warmhaltezeit in Schulen und Kindergärten dürfte bei einem Auslieferungsbeginn um 9.30 Uhr noch gerade so im grünen Bereich liegen.

Dass aber Mittagessen für Kirchheimer Kinder morgens schon 100 Kilometer durchs Ländle gekarrt wird, ist indiskutabel. Es kann der Qualität der Speisen nicht zuträglich sein, wenn sie stundenlang gegart und warm gehalten werden. Von der bedenklichen Ökobilanz des weit gereisten Essen auf Rädern ganz zu schweigen.

Dass der Caterer seine Produktion verlegt hat, dafür kann die Stadt nichts. Verwaltung und Gemeinderat sind nun aber in der Pflicht, zu handeln und möglichst schnell eine bessere Lösung für die Verpflegung der Kirchheimer Kinder zu finden. Bianca Lütz-Holoch