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Kommunen gehen gegen Fluglärm vor

Schulterschluss Nach Plochingen, Altbach und Deizisau hat nun auch Baltmannsweiler eine Resolution unterschrieben.

Kreis Esslingen. Gegen eine weitere Ausdehnung des Flugverkehrs, insbesondere gegen den Bau einer zweiten Start- und Landebahn am Stuttgarter Flughafen, haben sich die in einem Verwaltungsverband zusammengeschlossenen Kommunen Plochingen, Altbach und Deizisau ausgesprochen. Dieser Resolution hat sich nun auch die Schurwaldgemeinde Baltmannsweiler angeschlossen. „Wenn wir Erfolg haben wollen, können wir da nur interkommunal reagieren“, sagte der Baltmannsweiler Bürgermeister Simon Schmid im Gemeinderat. „Wir können uns nicht abspeisen lassen. Jedes Mosaiksteinchen, das hilft, ist wichtig.“ Gerade zu Beginn und Ende von Ferienzeiten sowie in den Sommermonaten sei eine vermehrte Fluglärmbelastung spürbar. Daher müsse man auf die faire Verteilung der An- und Abflüge achten.

Route oft nicht eingehalten

Eine deutliche Benachteiligung der Kommunen im Neckartal und auf dem Schurwald, die im östlichen Flugkorridor liegen, sei nicht zu rechtfertigen. Die vorgegebene Route werde oft nicht eingehalten, berichtete Grünen-Gemeinderat Peter Röser. „Bei uns fliegen die Flugzeuge noch mit vollem Schub über den Ort. Deswegen ist es so laut.“ Der Anflugpunkt müsse daher nach oben verschoben werden. „Dann kommen die Flieger ohne Schub leiser rein.“ Röser machte aber auch auf ein generelles Problem aufmerksam: „Wir müssen die innerdeutschen Flüge reduzieren.“

Nadine Grimme sieht jeden Einzelnen in der Pflicht: „Wir können alle selber etwas tun, indem wir zum Beispiel einmal weniger fliegen.“ Von einer großen Belastung berichtete auch Martin Wieland von den Grünen: „80 Prozent der Flieger gehen genau über unser Haus.“ Kerosin müsse endlich besteuert werde, forderte er. Auch müsse das Fliegen insgesamt teurer werden.Harald Flößer

Die einstimmig verabschiedete Resolution enthält die alte Forderung, das Nachtflugverbot strikt einzuhalten. Ausnahmen seien weiter einzuschränken. Gebührenzuschläge für Starts und Landungen in den empfindlichen Tagesrandzeiten, also zwischen 22 und 7 Uhr, müssten weiter angehoben werden. Überhaupt solle man laute Maschinen noch stärker als bisher mit höheren Gebühren belegen.

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