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Konstruktive Einordnung?

Zum Artikel „Zu früh zu viel“ vom 29. August

Aus dem Versuch des Teckboten, in Person von Bernd Köble, das Thema Corona von der sachlichen Ebene her aufzudröseln, wurde leider eine wissenschaftliche Bauchlandung. Wer ernsthaft über das Ausmaß einer Pandemie aufklären will, sollte nicht in einem Schaubild die Gesamtheit aller (Schein-)Infizierten aufführen und so eine exponentielle Steigerung suggerieren. Auch die Zahl der zwangsweise in Quarantäne Gesperrten, die zum größten Teil keine Symptome hatten, ist das Gegenteil von hilfreich für eine konstruktive Einordnung.

Und natürlich werden im Bericht positive PCR-Teste, die lediglich Schnipsel einer Nukleinsäure nachweisen, als Nachweis für Infizierte ausgegeben. Das zumindest sollte man nach über einem hal­ben Jahr dann doch unterscheiden können. Heutzutage sind doch Erklärungskästen am Rande solcher Berichte so beliebt. Warum wird darin nicht erklärt, dass der PCR-Test nicht validiert ist und laut Packungsbeilage deshalb auch nicht zu diagnostischen Zwecken eingesetzt werden darf? Wollte man den Leser wirklich aufklären, würde man ihm auch die Bedeutung von falsch positiv Getesteten erklären. Auch würde man ihm sagen, dass der Anteil der positiv Getes­teten an allen Getesteten bereits seit Mitte Mai unter der Schwelle der Falsch-positiv-Rate liegt. Bleibt festzuhalten: Wer sich nur die panikerzeugenden Zahlen herauspickt, sollte sich nicht über den Vorwurf der vorsätzlichen ­Panikmache wundern.

Stefan Kromer, Kirchheim

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