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Kontakt nur übers Telefon

Zur Randnotiz „Unendlich traurig“ vom 30. März

Die Anmerkung hat mich sehr berührt. Es ist schön und wichtig, dass sich jemand Gedanken macht über dieses heikle Thema „Besuchsverbot“. Auch ich bin in einer solchen Lage und kann deshalb nur von Herzen zustimmen. Meine fast 95-jährige Mutter lebt seit Juni vergangenen Jahres in einem Kirchheimer Pflegeheim. Sehr gerne besuchte ich sie drei mal die Woche und hatte viel Spaß mit ihr und auch ihren Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern. Unterhaltungen, Singen und Gitarre spielen standen oft auf dem Programm. Jetzt bleiben mir nur kurze Anrufe, um die Leitung nicht zu blockieren. An ihrer Stimme kann ich sehr gut ihre Stimmung erahnen. Und mir geht es danach auch nicht viel besser . . .

Doch trotz der momentanen Extremsituation bin ich unendlich dankbar dafür, dass meine Mutter wie viele andere Pflegebedürftige in ihrem Heim gut aufgehoben ist. Ich weiß, dass alles getan wird, um unsere Lieben zu schützen, und das erzähle ich ihr auch gerne am Telefon. Jetzt bleibt für alle nur zu hoffen, dass dieser Albtraum bald ein Ende hat und uns allen der Optimismus nicht verloren geht, ganz im Sinne meiner Mutter, die bei einem unserer Gespräche am Telefon auf meine Gesundheitsnachfrage nur antwortete: „Mir geht‘s gut, ich habe den Virus nicht.“ Mum, ich habe dich lieb . . .

Ulrike Marquardt, Kirchheim

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