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Kontinuität ist auch Stillstand

Zum Leserbrief „Selten kommt was Besseres nach“ vom 22  November

Leserbrief steht drauf, Wahlwerbung steckt drin, wie in die Feder diktiert! Da juckt es förmlich „wider den Stachel zu löcken“. Adenauer, Kohl und Merkel haben gemeinsam, dass sie in der letzten Dekade ihrer Amtszeit den guten Abgang durch Selbstfehleinschätzung verpasst hatten.

Aktuell erleben wir bei Frau Merkel die Agonie einer zu langen Amtszeit, in der sie mit dem Mehltau der Untätigkeit und Unfähigkeit das politische Leben erstickt - Folge sind die Personalquerelen in SPD und CDU und das Aufkommen der AfD. 16 Jahre bedeuten in der Regel, dass sich der stets gleiche Duktus an Methode, Lösungsgestaltung und Umgang mit Fragestellungen unverändert fortsetzt, neue Impulse fehlen, von anders gestalteten Ideen ganz abgesehen. Es bedeutet zwar „Kontinuität“ aber auch „Stillstand“ - „Demokratietod“.

Insofern sollten 16 Jahre mehr als genug sein, dankenswert, anerkennenswert, aber auch raumgebend für Neues. Darin unterscheidet sich die „große Politik“ nicht von der auf kommunaler Ebene.

Aber dazu braucht es Selbstreflexion und Mut - möge die Übung gelingen.

Dr. Matthias Komp, Kirchheim

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