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Kontroverse Diskussion um Luftreinigungsgeräte

Der Nutzen von Luftfiltern ist nach wie vor umstritten. So kommen unterschiedliche Studien zu unterschiedlichen Ergebnissen. Zuletzt war eine von der Stadt Stuttgart in Auftrag gegebene Studie des Instituts für Gebäudeenergetik, Thermotechnik und Energiespeicherung der Universität Stuttgart bekannt geworden. Ihr zufolge ist regelmäßiges Stoßlüften - sofern die Fenster groß genug sind - mindestens ebenso effektiv wie Luftfiltergeräte. Veröffentlicht worden ist die Studie noch nicht.

Das Bundesumweltamt empfiehlt Luftreinigungsgeräte ebenfalls nur für Räume mit eingeschränkten Lüftungsmöglichkeiten. In gut zu lüftenden Räumen sei ihr Einsatz „nicht notwendig“. Die beste Maßnahme zur Verbesserung der Raumluft sind fest ins Gebäude eingebaute raumlufttechnische Anlagen (RLT-Anlagen). Sie kommen aber als schnelle Lösung in bestehenden Gebäuden aufgrund der hohen Kosten und des enormen baulichen Aufwands kaum infrage.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert, für alle Klassenräume in Deutschland Luftfilter anzuschaffen. Sie seien für einen gesicherten Präsenzunterricht wichtig, ebenso wie ein tragfähiges Hygienekonzept und regelmäßige Tests - und sorgten auch nach der Pandemie für bessere Luft in Klassenzimmern.

Bundesweit laufen auch Petitionen zum Thema. Unter anderem fordert ein Schorndorfer Kinderarzt als Mit­initiator einer Petition die Bundesregierung auf, Luftfilter in den Schulen einzubauen. „Unterstützt unsere Kinder endlich im selben Maße, wie ihr die Wirtschaft unterstützt“, lautet der Appell. Unterzeichnet haben bislang über 66 000 Personen.

Das Land Baden-Württemberg will den Schulen im Rahmen eines Förderprogramms 60 Millionen Euro für Luftfilter zur Verfügung stellen. So sollen die Kommunen als Schulträger finanziell entlastet werden. Die Förderung ist vor allem für die Klassenstufen 1 bis 6 gedacht, da es für Kinder unter zwölf Jahren keine Impfung gibt. bil

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