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Kreative Werke aus Müll sorgen für jede Menge Spaß

Upcycling Der Kinder- und Jugendtreff Weilheim bietet ein vielfältiges Programm rund um die Wiederverwertung.

Weilheim. Dass man ganz einfach aus Verpackungsmaterial neue Schätze entwerfen kann, zeigen schon die Jüngsten. Beim „Upcycling“, zu Deutsch Wiederverwerten, hat sich in Weilheim im Rahmen des Sommerferienprogrammes eine Gruppe des Jugendtreffs ausgetobt und gezeigt: Nicht alles, was einmal benutzt wurde, muss sofort in den Müll.

Gleich beim Betreten des Raums fällt auf, wie ausgelassen und freudig die Kinder sind. Nach all der Zeit, in der der Jugendtreff nur Einzelbetreuungen anbieten konnte oder die Schule digital stattfand, können sie sich jetzt wieder zum gemeinsamen Werkeln und Basteln treffen. „Wenn wir online Schule hatten, habe ich meine Freundinnen gar nicht gesehen“, erklärt eine Schülerin. Von den Gleichaltrigen isoliert haben die Kinder zwar mitunter viel Zeit im Garten verbracht, Bewegung gab es also im Home-Schooling schon, der Kontakt und das gemeinsame Spaßhaben kamen dabei aber zu kurz. Beim Upcycling arbeiten sie an diesem Vormittag Hand in Hand zusammen und unterstützen sich gegenseitig beim Basteln.

„Ich finde es total spannend zu sehen, was die Kinder aus wenig Material alles herstellen können und wie kreativ sie sind“, sagt Betreuerin Peggy Kummer. Den Verpackungsmüll, den sie zuhause finden konnten, haben sie gesammelt und mitgebracht. Einige der Erst- und Zweitklässler entscheiden sich dafür, aus ihren Milchkartons Vogelfutterstationen zu machen. Man schneidet unten einen Spalt in den Boden, aus dem das Futter dann rauskommt. Außerdem wird unten mit Pappe und Heißkleber ein Auffangbecken befestigt. Am Ende bemalen die Kinder die Futterstation in bunten Farben - schon ist es fertig. Selbst wenn das Werk nicht ewig hält, hatten die Kinder unheimlichen Spaß an dem Prozess - ihre Achtsamkeit und ihr Bewusstsein dafür, was Müll eigentlich für ihre Welt bedeutet, wurde außerdem geschärft. „Ich freue mich schon darauf, vom Fenster aus die Vögel beobachten zu können“, erklärt einer der Schüler stolz. Als naturverbunden und achtsam beschreiben die Betreuerinnen ihre Gruppe. „Sie bringen alle schon viele nachhaltige Ideen mit und wissen, welche Probleme Plastikmüll in den Meeren verursacht“, erklärt Evelyn Dobberke. „Selbst in der ersten Klasse machen sich die Kinder schon Gedanken, wie sie Müll nutzen können.“

Für die Pflanzen- und Tierwelt werden außerdem sogenannte „Seedballs“ aus Heilerde und Blumensamen hergestellt. Diese können die Kinder später einpflanzen. „Mit etwas Glück bieten die Blumen für Schmetterlinge und Bienen eine Anlaufstelle“, hofft Evelyn Dobberke. An diesem Tag haben die Kinder auf spielerische Art und Weise den Blick für einen bewussten Umgang mit Müll geschärft und vor allem ihre Freunde getroffen. Dorina Schreiber

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