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Kritisches Denken?

Zum Leserbrief „Kritisches Denken nicht verlernen“ vom 9. Dezember

Es ist schon fast komisch, mit welchen geistigen Verrenkungen manche „kritische DenkerInnen“ sich von Querdenkern zu distanzieren versuchen, ohne sich wirklich zu distanzieren.

Beide stellen bedeutungsschwanger raunend die gleichen Fragen, wobei Querdenker sie mit märchenhaften Geschichten aus ihrer Internet-Echokammer beantworten, während „kritische DenkerInnen“ es schon für eine intellektuelle Leistung halten, Fragen zu stellen. Auf nachprüfbare Fakten wartet man dann vergebens.

„Kritische DenkerInnen“ machen es sich da leicht, sie liefern ja keine Antworten, sie stellen nur Fragen. Denken sollte allerdings auch darin bestehen, rational und logisch fundierte Antworten zu finden.

Unsere Welt ist komplex und einfache Schuldzuschreibungen auf dem Niveau eines James-BondFilms sind leider selten möglich.

Wes Geistes Kind man ist, wird schließlich doch sichtbar, wenn die üblichen Parolen von „ideologisch verblendeten Lehrern und einem „hirngewaschenen, obrigkeitshörigen Wahlvolk“ aufgetischt werden. Andersdenkende herabzusetzen und sich natürlich selbst im Gegenzug für die geistige Elite zu halten, macht diese Einstellung auch nicht sympathischer.

Es ist eine Beleidigung für jeden wirklichen Widerstandskämpfer in einem totalitär regierten Staat, wie inflationär und völlig deplatziert das Wort Widerstand in Querdenkerkreisen gebraucht wird.

„Kritische- und QuerdenkerInnen“ sind keine harmlosen Fantasten. Sich mit Nazis gemeinzumachen, und das als Widerstand darzustellen, ist grotesk.

Widerstand gegen eine Impfung ist übrigens nicht nötig, da sie freiwillig ist. In unserem Staat ist es sogar möglich, die Bekämpfung des Virus mit unvernünftigem Verhalten zu behindern.

Dr. Andreas Fiegenbaum, Lenningen

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