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Kronhardt hört auf - Jonah ist da

Basketball Bei den Rittern bahnt sich ein Generationswechsel unter dem Korb an: Der 22-jährige Center aus Ehingen wird den früheren Kapitän ersetzen. Von Bernd Köble

2,10 Meter, 110 Kilo: Kirchheims Neuzugang Akeem Jonah bringt Körpermasse mit.Foto: Jürgen Emmenlauer
2,10 Meter, 110 Kilo: Kirchheims Neuzugang Akeem Jonah bringt Körpermasse mit.Foto: Jürgen Emmenlauer

Es ist ein Generationswechsel auf einer der wichtigsten Positionen im Basketball, und doch ist es mehr: Es ist auch der Abschied eines der vertrautesten Gesichter in der Sporthalle Stadtmitte: Andreas Kronhardt macht nach sechs Jahren in Diensten der Knights endgültig einen Haken hinter seine sportliche Karriere. Es war ein Abschied auf Raten. Nach drei Jahren als Teilzeit-Profi ist dem 31-Jährigen, der mit seiner Frau zum zweiten Mal Nachwuchs erwartet, die Doppelbelastung durch Sport und Beruf zuviel geworden. „Nach einem erfolgreichen Jahr einen Schlussstrich zu ziehen, ist ein guter Zeitpunkt“, meint der ehemalige Kapitän der Kirchheimer.

Ersatz ist bereits da. Nicht was Erfahrung angeht, dafür bringt der erst 22-jährige Akeem Jamal Jonah mit, was alle Trainer lieben: großes Potenzial und einen deutschen Pass. Die vergangene Saison begann für ihn in Ehingen holprig. Wegen einer Verletzung verpasste er in der ersten Saisonhälfte einige Spiele, meldete sich im Januar gegen Hagen dann allerdings gleich mit einem Double-Double eindrucksvoll zurück. In den 28 Partien, die er bestritten hat, steuerte er im Schnitt 7,9 Punkte und 6,6 Rebounds bei. Zum Vergleich: Kirchheims bester Rebounder Max Mahoney angelte sich in 30 Spielen durchschnittlich 5,7 zweite Bälle. Warum Jonah in dieser Disziplin so erfolgreich ist, liegt auf der Hand: Neben einem guten Timing bringt der 22-Jährige, der wie Neuzugang Luka Kamber in Berlin aufgewachsen ist und dort unter anderem beim TuS Lichterfelde und Eintracht Stahnsdorf spielte, eine Menge Körpermasse mit. 2,10 Meter groß, 110 Kilo schwer - physisch ist Kirchheims neuer Center einer, der jeden Gegner beeindruckt. Auch Knights-Geschäftsführer Chris Schmidt weiß: „Er bringt für sein junges Alter viel mit und ist unglaublich talentiert,“ sagt der. Vor allem: „Er hat noch Luft nach oben.

Die Knights behalten ihren Verjüngungskurs also bei. Mit allem Wagnis, das damit verbunden ist. „Natürlich heißt das, ins Risiko zu gehen,“ sagt Schmidt. „Keiner kann sagen, wie sich junge Spieler entwickeln.“ Das gilt auch für den noch jüngeren Andreas Nicklaus. Der 2,17-Mann trat mit seinen 21 Jahren vergangene Saison deutlich selbstbewusster auf und soll dafür mit mehr Spielanteilen belohnt werden. Je nachdem wie sich der Transfermarkt entwickelt, steht auch weiterhin ein 23-Jähriger auf der Wunschliste der Ritter: Die Hoffnung, dass Max Mahoney zurückkehrt, hat man in Kirchheim noch nicht begraben, auch wenn sich die Gespräche dem Vernehmen nach schwierig gestalten. Die positive Überraschung der vergangenen Saison wäre an der Seite des ebenfalls 23-jährigen Till Pape die Idealbesetzung als Stretch-Forward auf den Positionen vier und fünf. Damit hätten die Ritter vermutlich einen der jüngsten Frontcourts der gesamten Liga.

Deutlich wahrscheinlicher hingegen ist, dass Karlo Miksic dem Fast-Finalisten der vergangenen Saison im Spielaufbau erhalten bleibt. Allerdings unter den gleichen Voraussetzungen wie schon im vergangenen Jahr. Mit einem topfitten Spielmacher wird zumindest zum Saisonstart nicht zu rechnen sein. Miksic musste sich zum zweiten Mal am Sprunggelenk operieren lassen und befindet sich zurzeit in Reha. Weil der Arzt und Operateur derselbe ist, der auch die Nationalelf Kroatiens betreut, konnte der Eingriff erst im Juli nach dem Ausscheiden der Kroaten bei der Fußball-EM stattfinden. Im Achtelfinale am 28. Juni gegen Spanien war immerhin Schluss. Pech für Kroatien, aber eben auch für Kirchheim.

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