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Kubas Schande

Zum Artikel „Kuba - Díaz-Canel wird Parteichef“ vom 20. April

Sie wurden geschlagen, es ­wurde ihnen mit Hinrichtung gedroht. Es wurde ihnen der Mund mit Schmutz gefüllt, sie wurden bis zum Hals in den Boden eingegraben. Sie wurden unter freiem Himmel nackt mit Stacheldraht gefesselt - so hatte man sie ohne Verpflegung in Ohnmacht getrieben. Zeugen Jehovas, Homosexuelle, Künstler, „verweichlichte Männer“, Hippies und andere Unschuldige wurden ab Mitte der 1960er-Jahre in von Fidel Castro persönlich intendierten und von Bruder Raúl realisierten kubanischen Internierungslagern bestialisch gepeinigt und als Zwangsarbeiter ausgebeutet. Viele starben oder wurden „verrückt“. Über dem Eingangstor prangte ein Schild mit der Aufschrift „Die Arbeit wird Männer aus Euch machen“. Schwule wurden von Castro bei öffentlichen Auftritten als „Würmer“ bezeichnet. Sie verloren ihre Jobs und wurden aus der Kommunistischen Partei ausgeschlossen, LGBT-Studenten (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und Queer) wurden aus den Universitäten geworfen. Viele wurden dazu gezwungen, Kuba zu verlassen. Laut Che Guevara beschmutzten sie die Reinheit der Revolution.

Nach Schließung der Lager setzte sich die Gewalt durch Polizei und die katholische Bevölkerung fort. Es fanden Hetzjagden und Säureattentate statt. Die internationale Linke schwieg hierzu.

In den 1980ern wurde in selektiven HIV-Lagern die Situation für die Erkrankten lebensbedrohlich: Besonders Homosexuelle mussten Folter durch das Gefängnispersonal erdulden. Sie bekamen häufig nur verdorbene Nahrungsmittel und keine ausreichende medizinische Versorgung - gepaart mit den schlechten hygienischen Zuständen führte dies zum vorzeitigen Tod der Hilfsbedürftigen.

Raúl Castro, nun unbehelligt von der Bühne abgetreten, wurde nie für seine Grausamkeiten zur Verantwortung gezogen, vielmehr genießt er hohes Ansehen - auch bei der Linken hierzulande.

Ulrich Haussmann, Kirchheim

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