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Lernfähiger Bürgermeister?

Zum Artikel „Räte ärgern sich über ,verbalen Aussetzer‘“ vom 21.  September

Unser Bürgermeister - vor wenigen Wochen haben wir ihn wiedergewählt. Er wollte die Anfrage der SPD-Fraktion, die Initiative „Seebrücke“ zu unterstützen, nicht auf der Tagesordnung sehen und hat den elf Befürwortern im Gemeinderat mit der Sitzungsvorlage seinen Unmut spüren lassen. Im Antrag wollte die SPD-Fraktion weitere fünf Menschen aufnehmen, um sie vor dem Ertrinken zu retten. Eine symbolische und humane Geste, zudem hat Notzingen gut investiert und hätte noch Platz. Hat Herr Haumacher wirklich gedacht, der Antrag findet im Gemeinderat eine Mehrheit? Zur Sicherheit schwingt er die „Stammtischkeule“, indem er den elf Gemeinderäten schriftlich rät, die Geretteten zuerst bei ihnen zu Hause unterzubringen, bevor sie die Gemeinde in die Pflicht nehmen. Ohne diese polemischen Sätze wäre der Tagesordnungspunkt in zehn Minuten abgelehnt und vermutlich nicht eine Zeile im Teckboten wert gewesen. Er hat mit seinem „verbalen Aussetzer“ jedoch eine Diskussion ausgelöst, die logischerweise in eine breite Öffentlichkeit getragen werden musste. Er ist für weitere acht Jahre gewählt, und die Hoffnung bleibt, dass er in seinem Amt reift und lernt, sich zu beherrschen und sachlich zu bleiben.

Hans-Joachim Heberling, Notzingen

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