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Lichter aus? Von wegen!

Zum Artikel „Verhindern, dass die Lichter ausgehen“ vom 18. August

Der Artikel strotzt vor Ungereimtheiten und Ungenauigkeiten.

Richtig ist, dass die Firma Bosch hier in der Region keine Chipproduktion aufbaut. Die Gründe sind andere als fehlende Flächen, nämlich ein schnell wachsender Fachkräftemangel, Grundstückpreise von mehr als 200 Euro pro Quadratmeter - so teuer soll’s am Hungerberg nämlich werden! -, ein hohes Gehaltsniveau und so weiter.

IHK-Geschäftsführer Nold will mit überschüssiger Energie Wasserstoff erzeugen. Diese wird es aber auf absehbare Zeiten nicht geben, denn erst im Juli musste Wirtschaftsminister Peter Altmaier verkünden, dass in der Stromversorgung der nächsten Jahrzehnte wegen der Elektromobilität eine riesige Lücke klafft. Wasserstoff bleibt im Green New Deal der EU-Kommission der Stahl-, Zement- und chemischen Industrie vorbehalten. Nicht gerade die Stützen der heimischen Wirtschaft.

Unternehmensberater Müller fabuliert gleich 20 (!) Mal mehr neue Arbeitsplätze als die Projektgemeinschaft in ihren optimistischsten Aussagen. Da wird suggeriert, dass die Zulieferer in unmittelbarer Umgebung ihrer Kunden sitzen. Dass die Lieferketten längst globalisiert sind, bleibt außer Betracht. Selbst wenn alle indirekten Effekte auf Zulieferer mitgerechnet sind, wäre das eher ein Horrorszenario als beruhigend. Die Gemeinden würden erst recht aus den Nähten platzen. Die Folgen wären noch mehr Flächenverbrauch für Industrie- und Wohngebiete und rasant steigende Lebenshaltungskosten. Und schließlich wird verschwiegen, dass in den Rathäusern längst bekannt ist - die Brennstoffzelle ist aus dem Rennen.

Liebe Dettinger, lasst Euch nicht hinters Licht führen!

Manfred Kanal, Dettingen

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